Deutsche Post: Heute erste Warnstreiks
- Ab Dienstag "eingeschränkt Postdienstleistungen"
- 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post haben heute in Hamburg und Brandenburg erste Warnstreiks begonnen. Allein in der Hansestadt legten rund 200 Beschäftigte der Postfachverteilung und der Briefzustellung ab 6.00 Uhr morgens ihre Arbeit nieder. Die deutschen Bundesbürger müssen sich in den kommenden Tagen auf "eingeschränkte Postdienstleistungen" einstellen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di will mit Warnstreiks ihren Tarif-Forderungen bei der Post von 6,5 Prozent mehr Lohn mit Streikaktionen Nachdruck verleihen.
Ab dem 4. Juni sei mit eingeschränkten Postdienstleistungen zu rechnen, hatte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Rolf Büttner, am Wochenende in Berlin erklärt. Die Gewerkschaft verfolge eine "Mini-Max-Streiktaktik", um die Arbeitgeber zu veranlassen, ein verhandlungsfähiges Angebot zu machen. So werde es zu einer schrittweisen Steigerung jeweils regional ausgelegter Maßnahmen kommen, sagte der ver.di-Vertreter.
Die Gewerkschaft ver.di fordert für die 240.000 Beschäftigten der Deutschen Post AG 6,5 Prozent mehr Geld. In den ersten beiden Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt. Der Post-Sprecher sagte weiter, mit der Gewerkschaft seien von Beginn an drei Verhandlungsrunden vereinbart worden.
Die Deutsche Post AG rechnet durch die für Dienstag angekündigten Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di nur mit geringen Beeinträchtigungen für die Kunden. "Es kann vereinzelt zu Verzögerungen bei der Postzustellung kommen oder eine Filiale mal zehn Minuten geschlossen sein", sagte ein Post-Sprecher am Montag in Bonn. Grundsätzlich sei ver.di an die Friedenspflicht während der laufenden Tarifverhandlungen gebunden, die Warnstreiks zwar zulasse, gravierende Behinderungen aber verbiete. "Wir gehen davon aus, dass sich ver.di daran hält", sagte der Konzern-Sprecher.
Die Post bekräftigte, die ver.di-Forderung von 6,5 Prozent mehr Lohn sei "unrealistisch". "Wir sind ein Logistik-Unternehmen, das in hartem Wettbewerb steht", sagte der Sprecher. "Wir verlangen deshalb von den Gewerkschaften ein realistisches Augenmaß". Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass bei der Fortsetzung der Tarifverhandlungen am 10. Juni in Münster eine Einigung erzielt werden könne.
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