Franz Beckenbauer sieht "eine WM der Müdigkeit"
- Zu viele Spiele in der Saison: "So kann es nicht weitergehen"

Japan und Südkorea präsentieren nach Einschätzung von Franz Beckenbauer "eine WM der Müdigkeit". In einem Interview mit der französischen Sportzeitung "L'Equipe" beklagte der deutsche Fußball-"Kaiser" die schlechte körperliche Verfassung vieler Mannschaften und ihrer Stars und verband dies mit der Forderung nach einer Reduzierung der Belastungen.
"Die WM ist der höchste aller Wettbewerbe und findet nur alle vier Jahre statt. Und was sieht man? Zidane, Beckham, Pires, Figo, die sich verletzen. Und das ist kein Zufall, denn sie haben zu oft gespielt. Die WM wird so abgewertet. Es ist eine WM, zu der die besten Spieler in einem unannehmbaren Zustand angereist sind", erklärte Beckenbauer. "Diese WM ist der richtige Moment, Stopp zu sagen."
Ausschlaggebend sei die hohe Anzahl der Spiele während einer Saison. Der deutsche OK-Chef für die WM 2006 macht dies vor allem am Beispiel des Titelverteidigers Frankreich fest, der in seinen ersten beiden Vorrunden-Spielen kein Tor schoss und um den Achtelfinal- Einzug bangen muss: "Viele Franzosen spielen in England. Eine Meisterschaft mit 20 Klubs, zwei Pokal-Wettbewerben, der Champions League, dazu kommt noch die Nationalelf. Das ist zu viel und so kann es nicht weitergehen." Ein anderes Beispiel: "Ist es normal", so Beckenbauer, "dass in Südamerika jeder 18 Qualifikationsrunden absolviert? Da gibt es Spieler mit Verträgen in Europa, die verbringen mehr Zeit im Flugzeug als auf dem Platz."
Beckenbauer fordert als Konsequenz: "Alle Instanzen, FIFA, UEFA, und die großen Verbände müssen sich zusammen setzen. Man muss vernünftig werden. Die Anzahl der Clubs in den nationalen Meisterschaften muss reduziert werden, auch in der Champions League, überall. Auf höchster Ebene müssen entscheidende Gespräche geführt werden."
Präsidentenwahl in Serbien09:39
Traum von GroßserbienNeuer Präsident Nikolic kann sich nicht von nationalistischen Ideen lösen
