Dienstag, 4. Juni 2002

Russland schwach, dennoch 2:0-Sieg gegen Tunesien

  • Entscheidung fiel in fünf Minuten, Tore: Kowtun & Karpin
  • Achtelfinale für Russen nun in Reichweite

Äußerst gemächlich, aber dennoch mit einem schlussendlich souveränen 2:0 (0:0)-Erfolg über Tunesien ist Russland am Mittwoch in die Fußball-WM gestartet. Eine Stunde lang war im zweiten Spiel der Gruppe H von beiden Teams so gut wie nichts zu sehen, ehe die Russen mit einem Doppelpack durch Titow (59.) und Karpin (64. Elfmeter) entscheidend zuschlugen und die Partie etwas munterer wurde. Mit diesem Auftaktsieg hat die Truppe von Teamchef Oleg Romantsew die Führung in Gruppe H übernommen. Damit dürfte auch Russlands Präsident Vladimir Putin zufrieden sein, der ja einen Erfolg "befohlen" hatte.

Die Russen mussten ohne Spanien-Legionär Alexander Mostowoj auskommen, der kurz vor dem Spiel beim Fitnesstest durchfiel und durch den erst 19-jährigen Marat Ismailow ersetzt wurde. Nach dem Erstrunden-Out 1994 und dem Scheitern in der Qualifikation 1998 war man auf erfolgshungrige Russen gespannt, stattdessen ließ man die Partie jedoch trotz deutlich mehr Ballbesitz lange Zeit dahinplätschern. Da auch die Tunesier wenig engagiert ans Werk gingen, waren ein Fast-Eigentor von Juri Kowtun (21.) sowie ein Schuss aus elf Metern von Titow ganz knapp neben das tunesische Tor (45.) die größten Möglichkeiten vor der Pause.

Elfmeter bringt die Entscheidung
Nach knapp einer Stunde machten die mit dem Mindestziel Achtelfinale gestarteten Favoriten aus Russland jedoch kurz ernst und schlugen zwei Mal zu. In der 59. Minute pflückte der tunesische Goalie Ali Boumnijel zunächst eine Flanke herunter, ehe ihm beim Auswurf ein folgenschwerer Patzer unterlief. Der Ball landete beim eingewechselten Sitschew, der für Titow auflegte und der Spartak Moskau-Profi schoss aus 17 Metern flach und platziert ein. Nur fünf Minuten später holte Sitschew, der durch Radhi Jaidi von den Beinen geholt wurde, einen von Referee Peter Prendergast (erster jamaikanischer WM-Referee aller Zeiten) verhängten Elfmeter heraus. Spanien-Legionär Karpin trat an und verwandelte souverän zur Entscheidung.

Während die Russen nun auf Kurs Richtung Achtelfinale sind, warten die Tunesier völlig zu Recht weiterhin auf ihren ersten Endrunden-Sieg seit 24 Jahren, als sie in Argentinien Mexiko besiegt hatten.

4.6.2002 15:11