"Schauspieler" Rivaldo erhielt 6.800 Euro Geldstrafe

Die FIFA hat ein Zeichen gesetzt, doch Milde walten lassen. Für seine unrühmliche Simulation im WM-Spiel gegen die Türkei (2:1) wurde Brasiliens Stürmerstar Rivaldo mit einer Geldbuße von 10.000 Schweizer Franken (6.800 Euro) plus Verfahrenskosten (1.020 Euro) belegt, nicht aber - wie auch möglich - für ein Spiel gesperrt. Dies teilte die Disziplinarkommission des Fußball-Weltverbandes am Mittwoch in Seoul mit.
"Die Medien haben Druck gemacht und eine Strafe gefordert. Ich weiß nicht warum und habe mir nichts vorzuwerfen", sagte Rivaldo und fügte hinzu: "Es ist passiert und wird weiter passieren. Es war für mich eine ganz normale Sache." Auch seine brasilianischen Teamkollegen halten den ganzen Trubel um die Theater-Vorstellung Rivaldos für überzogen. "Ich verstehe die Aufregung nicht. Der Betrag ist nichts. Den kann er bezahlen", meinte Roberto Carlos. Auch Stürmer Denilson befand: "Fußball ist so. Man muss versuchen, von den Fehlern des Gegners zu profitieren. Die Asiaten sind in diesem Geschäft noch zu naiv."
Mit der Entscheidung "Geldstrafe statt Spielsperre" hatte die WM auch eine Premiere. Bisher waren "Schauspieler" weder abgemahnt noch bestraft worden. Ob Rivaldo aber tatsächlich die Geldbuße von seinem Konto bezahlen muss, wird im Umfeld der brasilianischen Mannschaft stark angezweifelt. In den meisten Fällen soll bei Vergehen der Nationalspieler der Verband großzügig eingesprungen sein.
Rivaldo war in der Partie gegen die Türken kurz vor dem Abpfiff spektakulär zu Boden gestürzt und hatte Schmerzen im Gesicht simuliert, nachdem ihm sein Gegner Hakan Ünsal vor einer Ecke für Brasilien den Ball scharf gegen den Oberschenkel geschossen hatte. Ünsal, der vorher bereits verwarnt worden war, sah von Referee Yung Joo Kim (Südkorea) die Gelb-Rote Karte und musste das Feld verlassen.
Der "Simulant" hatte nach seinem unrühmlichen Auftritt schon kaum Reue gezeigt. "Ich habe überzogen reagiert, damit er die Rote Karte bekommt. Ich glaube, Ünsal ist zu recht vom Platz gestellt worden", kommentierte Rivaldo den Vorfall. Dagegen hatte die FIFA schon vor der WM deutlich gemacht, dass sie Simulation nicht tolerieren wird. "Wir geben da kein Pardon", sagte Cooper und hatte damit auch Franz Beckenbauer auf seiner Seite: "So etwas wollen wir bei einer WM nicht sehen."
FIFA warnt Rivaldo vor Wiederholungstat
Der Fußball-Weltverband FIFA hat Rivaldo vor einer Wiederholungstat bei der WM gewarnt. "Sollte er sein Verhalten beibehalten, wird er hart von der FIFA-Disziplinarkommission bestraft werden", hieß es in einer Erklärung des Gremiums am Donnerstag. Es sei bedauerlich, dass ein Weltklassespieler wie Rivaldo "zu so einer List" greife.
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