Cannondale erwägt Ausstieg aus Profi-Radsport
- Grund: Doping-Skandale der letzten Jahre

Der Gründer und Präsident des amerikanischen Fahrrad-Produzenten Cannondale - Ausrüster des italienischen Profiteams Saeco Longoni Sport - droht wegen der Kokain-Affäre von dessen Spitzenfahrer Gilberto Simoni beim diesjährigen Giro d'Italia mit dem Rückzug aus dem Straßenrennsport.
Sollte sich bestätigen, dass Simoni (Bild) bewusst Kokain konsumiert habe und dass Doping im Profisport nach wie vor weit verbreitet sei, werde man "nicht zögern, das Engagement auf individueller oder Team-Basis neu zu bewerten und möglicherweise zu beenden", hieß es in einer Presseerklärung, die das Unternehmen auf seiner Homepage publizierte.
Beim Giro-Vorjahressieger waren sowohl bei einem WADA-Test am 24. April (Giro del Trentino), dessen Resultat während des Giro bekannt geworden war, als auch am 21. Mai beim Giro selbst Spuren von Kokain nachgewiesen worden. Simoni wurde schon nach dem ersten Fall aus dem Rennen genommen. Der Trentiner, ein Verwandter von Radsport-Legende Francesco Moser, beteuert, niemals wissentlich Kokain konsumiert zu haben und kooperiert nun mit der italienischen Polizei, um Klarheit in die Affäre zu bringen.
Wegern der Affäre legte Saeco vorerst auch alle Rennsportaktivitäten Simonis auf Eis und setzte die Gehaltszahlungen aus. Zu guter Letzt wurde das Team von den Veranstaltern der Tour de France ausgeschlossen, nachdem es erst einen Monat zuvor eine Wildcard für den Klassiker erringen konnte. Von Simoni versprach man sich, einen ebenbürtigen Gegner für den dreifachen Tour-Sieger Lance Armstrong - er fährt das US-Konkurrenzprodukt Trek - gefunden zu haben.
Cannondale, lange Zeit vorwiegend im Mountainbike-Sektor bekannt, begann nach seiner Gründung im Jahr 1983 Mitte der neunziger Jahre mit dem Sponsoring im Straßenrennsport. Mit dem Engagement des italienischen Sprinters Mario Cipollini konnte das Unternehmen damals einen signifikanten Imagegewinn verbuchen, den man nach dem Abgang des Toskaners zu Acqua & Sapone - und damit zum US-Konkurrenten Specialized - mit Simoni und der Nachwuchshoffnung Danilo Di Luca auszugleichen versuchte.
Präsidentenwahl in Serbien09:39
Traum von GroßserbienNeuer Präsident Nikolic kann sich nicht von nationalistischen Ideen lösen
