Freitag, 7. Juni 2002

Zahlreiche Neuerungen in der Weltcup-Saison 2002/03

  • sowie Neuer Startmodus in den Speed-Disziplinen
  • K.o.-Slalom definitiv im Weltcupprogramm, Nations Cup kommt

Der Kongress des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) wartete in Portoroz mit verschiedenen Neuerungen auf. So wird es im alpinen Skisport künftig einen Nations Cup, K.o.-Slaloms sowie einen neuen Startmodus in den Speed-Disziplinen geben.

Beim Nations Cup, der erstmals zwischen Weihnachten und Neujahr in Bormio durchgeführt wird, handelt es sich um ein skisportliches Pendant zum Davis Cup im Tennis oder dem Ryder Cup im Golf. Teilnahmeberechtigt sind die besten acht bis zehn Nationen. Pro Nation starten je zwei Frauen und Männer (maximal 12 pro Land) in Abfahrt, Super-G, Slalom und Riesenslalom. Pro Disziplin wird in zwei Serien gefahren, die nach Rangpunkten (8 bis 1) gewertet werden. Weltcuppunkte werden nur für die Nationenwertung vergeben, dafür doppelte (z.B.: 200 Punkte für das Siegerteam).

K.o.-Slalom in Sestriere
Definitiv ins Weltcupprogramm aufgenommen wird auch der so genannte K.o.-Slalom, der im letzten Winter in Madonna di Campilio erfolgreich getestet worden ist. Die Nachtrennen der Frauen und Männer in Sestriere werden Mitte Dezember 2002 nach diesem Modus durchgeführt. Startberechtigt sind 34 Fahrer (die Top 15 fix sowie die übrigen auf Grund eines Qualifikationsrennens plus der Beste aus dem Europacup).

Komplizierte Berechnung
Die 34 Teilnehmer treten im Cup-System (der 34. gegen die Nummer 1, der 33. gegen die 2, etc.) gegeneinander an. Die besten 17 plus die drei schnellsten Verlierer qualifizieren sich für die zweiten Lauf. Die zehn Gewinner plus die zwei schnellsten Verlierer kommen in den dritten Lauf und bestreiten dann in umgekehrter Reihenfolge zum Zwischenklassement noch einen vierten Lauf. Das Schlussklassement (erste 12) wird durch Addition des 2., 3. und 4. Laufs errechnet.

Umgekehrte Reihenfolge bei Speed-Disziplinen
Spannung versprechen ab nächstem Winter die Weltcup-Abfahrten und -Super-G. Um zu verhindern, dass Rennen - wie oft in der Vergangenheit - schon nach ein paar wenigen Fahrern entschieden sind, erfolgt der Start wie in den technischen Bewerben in umgekehrter Reihenfolge zur Weltcup-Startliste oder zum Training.

In den Super-G-Rennen gilt die aktuelle Weltcup-Startliste als Kriterium. Der 30. der Liste startet als Erster, die Nummer 1 als 30. Die weiteren Fahrer werden wie bisher in die Startliste aufgenommen. In der Abfahrt entscheidet das letzte Training über die Startreihenfolge. Das heißt ebenfalls: Der 30. tritt mit der Startnummer 1 an, der Schnellste mit der Nummer 30. Findet nur ein Trainingslauf statt, wird wie im Super-G gemäß Weltcup-Startliste gefahren.

Abfahrts-Training mit Brisanz
Damit liegt vor allem in den Abfahrts-Trainings einige Brisanz, da Spielraum für taktische Geplänkel besteht. Fahren die Stars absichtlich langsam, um tiefere Startnummern zu erhalten? "Ich könnte mir vorstellen, dass Trainer in Kenntnis der Zwischenzeiten in Zielnähe Bremssignale geben, um ihre Athleten in optimale Startpositionen zu manövrieren", vermutet die Schweizer Skilegende Bernhard Russi, einer der Initiatoren des neuen Startmodus. Bremst aber jemand zu stark, könnte er unvermittelt die Nummer 33 oder 34 statt der 1 oder der 2 erhalten. Wie bisher dürfen aber die Abfahrer ihre Startnummer im Training weiterhin auswählen -- zumindest dieser Vorteil bleibt.

7.6.2002 14:49