Globalisierungskritiker protestieren gegen Hungersnot
- Bauernaktivist Bove führt Protestzug
- Appell zur Reform der Welternährungsorganisation FAO

Zehntausende Demonstranten haben am Samstag an einer von den No-Global-Bewegungen organisierten Massenkundgebung gegen Hungersnot und für eine umweltbewusstere Landwirtschaft teilgenommen. Die Demonstration, an der sich nach Angaben der Organisatoren rund 40.000 Personen beteiligten, wurde einen Tag vor Beginn des Gipfels der Welternährungsorganisation FAO abgehalten, bei dem Staats- und Regierungschefs aus allen Teilen der Welt über das Problem der Bekämpfung der Hungersnot beraten wollen.
Die Demonstration wurde vom französischen Bauernaktivisten Jose Bove angeführt. Er versicherte, dass die Globalisierungskritiker in den nächsten Tagen keine Protestaktionen zur Störung des FAO-Gipfels planen, wie die italienische Regierung befürchtet. "Wir sind nicht hier, um spektakuläre Aktionen zu organisieren, sondern um das Recht auf eine umweltfreundliche Landwirtschaft ohne genetisch manipulierte Pflanzen zu bekunden", sagte Bove. Die Demonstration fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen aus Angst vor Attentaten und Krawallen statt. Hunderte Polizisten und Soldaten sorgten für einen friedlichen Verlauf der Kundgebung.
"Beim G-8-Gipfel in Genua haben Tausende von Personen gegen die Globalisierung demonstriert, heute schlagen wir ein neues Modell von Produktion und Verteilung der Ressourcen zwischen dem Norden und Süden der Welt vor", sagte Bove. An der Demonstration mit dem Slogan "Land und Würde" beteiligten sich mehrere Delegationen von Bauern und Fischern aus Dritte-Welt-Ländern. Sie forderten unter anderem eine tief greifende Reform der FAO, die ihrer Ansicht nach die Ziele bei der Bekämpfung der Hungersnot auf der Welt verfehlt habe.
"Mit unserer Demonstration, wollen wir den Großen der Welt klar machen, dass wir den wilden neoliberalen Kapitalismus bekämpfen, der die DritteWelt-Länder ausbeutet und für eine gerechtere Verteilung des Wohlstands eintreten", sagte ein Sprecher der italienischen Globalisierungsgegner. Ex-Landwirtschaftsminister Alfonso Pecoraro Scanio forderte mehr Kompetenzen für die FAO, die seiner Ansicht nach auch bei Fragen rund um den Welthandel eine Rolle spielen sollte.
"Die FAO hat viele wichtige Initiativen in die Wege geleitet, die Regierungen haben jedoch nie wirklich in diese Organisation investiert. Die FAO müsste sich unter anderem dafür einsetzen, dass große multinationale Konzerne zu Gunsten der Entwicklungsländer besteuert werden", sagte Pecoraro Scanio.
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