US-Bischöfe planen Sanktionen gg. Pädophilie
- Entlassung jedoch nur bei mehreren Missbrauchsfällen

Die von Missbrauchsaffären erschütterte katholische Kirche in den Vereinigten Staaten kann sich offenbar nicht zu einer Null-Toleranz-Politik gegenüber pädophilen Priestern durchringen. Nach einem am Dienstag im Internet veröffentlichten Entwurfspapier der US-Bischofskonferenz streben die Kirchenmänner zwar verschärfte Sanktionen bei Fällen von sexuellen Übergriffen auf Minderjährige an. So soll der Papst künftig um die Entlassung eines Priesters gebeten werden, wenn diesem mehr als ein Missbrauch in der Vergangenheit nachgewiesen werden kann. Dies soll jedoch nicht für Geistliche gelten, die in der Vergangenheit nachweislich "nur" einen Minderjährigen missbraucht haben.
Auch verdächtige Priester, denen nicht offiziell pädophile Neigungen attestiert wurden oder die nicht psychiatrisch behandelt werden mussten, sollen demnach weiter im Amt bleiben dürfen. Pädophiles Verhalten von Priestern solel dem Dokument zufolge in Zukunft in jedem Fall den Justizbehörden gemeldet werden. Außerdem entschuldigen sich di Bischöfe für das Fehlverhalten von Priestern und dafür, dass die Kirche in vielen Fällen Vorwürfe des Missbrauchs ignoriert habe. Der Entwurf soll bei einem Treffen in Dallas im Bundesstaat Texas vom 13. bis 15. Juni vorgestellt werden.
Die US-Kirche hatte über Jahrzehnte versucht, pädophile Übergriffe von Priestern zu vertuschen. Ende April zitierte Papst Johannes Paul II. mehrere US-Kardinäle zu Krisengesprächen in den Vatikan und regte die Entlassung der betroffenen Pfarrer an.
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