Dienstag, 4. Juni 2002

Bombendrohungen gegen zwei TUI-Hotels in Tunesien

  • Dt. Außenministerium: Erhöhtes Sicherheitsrisiko in Tunesien
  • Wien: Keine besondere Gefährdung in Tunesien

Bombendrohung gegen zwei TUI-Hotels in Tunesien! Rund 300 Gäste - darunter auch Österreicher - mussten am Dienstag in andere Unterkünfte gebracht werden. Über die Urheber der Drohungen war vorerst nichts bekannt, so ein TUI-Sprecher. Trotz des Vorfalls wollen die meisten Urlauber nicht nach Hause; lediglich 34 Gäste brachen ihren Urlaub ab.

In dem Badehotel befanden sich laut TUI neben deutschen Gästen auch Österreicher, Schweizer, Belgier und Niederländer. Wie das Reiseunternehmen TUI am Dienstag in Hannover mitteilte, gingen am Montag Hinweise des Auswärtigen Amtes in Berlin über eine mögliche Bedrohung gegen ein Rundreise- und ein Badehotel in Tunesien ein. Daraufhin seien am frühen Abend etwa 300 Urlauber aus dem Badehotel "Bellevue Park" in Port El Kantaoui ausquartiert und auf andere Ferienhotels verteilt worden.

Das betroffene Badehotel sei bis auf weiteres für den Urlaubsbetrieb geschlossen worden. Das ebenfalls bedrohte Rundreisehotel "Sun Palm" in dem Wüstenort Douz, das wegen Renovierungsarbeiten geschlossen sei, werde zurzeit nicht von TUI angeboten.

Keine besondere Gefährdung in Tunesien
Ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums erklärte am Dienstag, man habe vorerst keine Informationen über die Österreicher, die aus den von den Drohungen betroffenen tunesischen Hotels ausquartiert wurden.

Wie die jüngsten anonymen Drohungen das Auswärtige Amt erreichten, wollte ein Ministeriumssprecher in Berlin nicht sagen. Nach Einschätzung der deutschen Sicherheitsbehörden seien die Drohungen aber ernstzunehmen. Daher sei die TUI am Montagabend informiert worden. Das Auswärtige Amt ergänzte aufgrund der Drohungen seine Sicherheitshinweise zu Tunesien. Darin heißt es jetzt: "Das Auswärtige Amt weist auf das durch diesen ersten Terroranschlag in Tunesien sowie in der Folge ausgesprochene anonyme Drohungen erhöhte Sicherheitsrisiko hin.

"TUI als wichtigster Veranstalter des Touristikkonzerns Preussag war bereits im April von einem Anschlag vor der jüdischen Synagoge auf der tunesischen Insel Djerba betroffen. Dabei waren 18 Menschen gestorben, darunter 14 deutsche Touristen, die mit TUI gereist waren.

4.6.2002 16:54