Weltumwelttag-Motto: "Eine Chance für die Erde"
- Annan: Planet Erde "hat eine Intensivbehandlung nötig"
- "Global 500"-Preis der UNEP für Shenzhen
Zum Weltumwelttag der Vereinten Nationen haben Politiker am Mittwoch zu einem besseren Schutz der Umwelt und einer verträglichen wirtschaftlichen Entwicklung aufgerufen. In einer Botschaft zur Hauptveranstaltung in der südchinesischen Metropole Shenzhen nannte UN-Generalsekretär Kofi Annan die Erde "einen Planeten, der eine Intensivbehandlung nötig hat". Das diesjährige Thema "Gib der Erde eine Chance" solle die Dringlichkeit der Aufgabe unterstreichen, meinte Annan.
Zugleich veröffentlichten die UN einen Ozeanatlas im Internet, der Informationen über Verschmutzung, Bedrohung der Fischgründe und Piraterie zusammenträgt.
Armut, Umweltverschmutzung, Bevölkerungswachstum, rapide Verstädterung und verschwenderische Verbrauchsgewohnheiten setzten "das Lebensversorgungssystem des Planeten schwer unter Druck", meinte Annan. Die Fähigkeit, eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen, sei bedroht. Der Weltumwelttag wird seit 1972 jährlich in mehr als 120 Ländern begangen.
In einer Grußbotschaft stellte Chinas Vizepremier Wen Jiabao fest: "Die Menschheit hat im letzten Jahrhundert zu sehr unter der Umweltzerstörung gelitten." Auch der Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer, sagte: "Trotz beträchtlicher Bemühungen und bedeutender Errungenschaften dauern viele Probleme an, die die Erde während des 20. Jahrhunderts geplagt haben." Mehr als je zuvor müssten notwendige Maßnahmen ergriffen werden, damit die Umwelt weiter an der Spitze der weltweiten Agenda stehe.
Die südchinesische Stadt Shenzhen, die 1980 als Wirtschaftszone an der Grenze zu Hongkong gegründet wurde, zählt heute 4,3 Millionen Menschen und gilt als eine der fortschrittlichsten Metropolen der Volksrepublik. Das UN-Umweltprogramm UNEP verlieh der Stadt einen seiner "Global 500"-Preise. Shenzhen habe rasches Wirtschaftswachstum mit dem Umweltschutz vereinbart.
Außer Shenzhen wurden die ebenfalls chinesische Stadt Chifeng in der Mongolei, fünf Naturschutzgruppen aus Ecuador, Kasachstan, Angola, den Philippinen und den USA sowie die jordanische Prinzessin Basma bint Ali ausgezeichnet. Die Prinzessin habe in starkem Maße dazu beigetragen, das öffentliche Bewusstsein für Umweltprobleme im Nahen Osten zu schärfen, begründete UNEP die Entscheidung.
Ziel des Ozean-Internet-Atlas der UN ist der bessere Schutz bedrohter Gewässer. "Die Ozeane spielen eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung von Leben auf der Erde", sagte der Direktor der UN- Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), Jacques Diouf, in Paris. "Dieses Instrument erlaubt uns, die Probleme auf eine völlig neue Art zu beobachten und in Angriff zu nehmen." Nach Angaben der UN droht in allen 17 großen Fischereigebieten der Welt Überfischung. Die Ausbreitung giftiger Algen habe sich seit 1984 verdreifacht. 58 Prozent der Korallenriffe seien in Gefahr.
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