NEWS: Auftrittsverbot für den Bundespräsidenten?
- ORF nimmt Klestil-Interviews auf und sendet sie dann nicht
- ORF: Bei uns hat sich niemand beschwert

Thomas Klestil ist "sehr verärgert", wie er in kleinstem Hofburgkreis bemerkt. Der Grund: Der ORF nimmt immer wieder Interviews mit ihm auf und sendet sie dann nicht. Stattdessen kommen Staatssekretärin Rossmann und Außenministerin Ferrero-Waldner zu Wort.
Die Bosse am Küniglberg reagieren verwundert:: Es sei Tatsache, dass sich seitens der Präsidentschaftskanzlei niemand beim ORF beschwert habe.
Casus belli: der Aktuelle Dienst des ORF. Konkret: dessen neuer Chefredakteur Werner Mück. Zwischen den Fronten: ORF-Reporter Christian Wehrschütz. Seit Wochen tourt der Bundespräsident durch die Staaten Ex-Jugoslawiens. Stets ist der ORF dabei, stets wird Klestil um Wortspenden ersucht. Sein Pech: Seit geraumer Zeit werden Interviews zwar aufgenommen auf Sendung gehen sie aber nicht.
Vor zwei Wochen, beim Staatsbesuch auf Brioni, brachte der ORF eine Tourismusgeschichte aber keinen O-Ton Klestils, sondern einen von Staatssekretärin Rossmann. Das irritierte den Präsidenten. Seine Entourage erkundigte sich diskret bei Wehrschütz, der in ebensolcher Diskretion meldete, vom Küniglberg entsprechende Instruktionen erhalten zu haben.
In der Vorwoche fand in Bled das von Klestil 1993 ins Leben gerufene alljährliche Treffen von 16 mitteleuropäischen Staatspräsidenten statt. Mit dabei: Journalisten aus allen Teilen Europas, auch Wehrschütz. Wieder bekam er ein Interview und wieder wurde es nicht gesendet. Dafür kam Außenministerin Ferrero-Waldner ausführlich zu Wort.
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