Walser-Roman: 50.000 Bücher weg, schon vergriffen!
- 2. Skandal-Roman von Kirchhoff ebenfalls vergriffen!
- PLUS: Das komplette NEWS-Interview mit Martin Walser
Die 2. Auflagen für zwei Skandalromane werden bereits gedruckt! Das Walser-Buch, in dem Reich-Ranicki "mitspielt". "Tod eines Kritikers" (50.000 Bücher) erschien in einer entschärften Variante. NEWS berichtete: Kritiker Ehrl-König wütet zwar noch gegen "Schschscheriftstellerrr" und "Literatür", MRRs Eigenart, "eu" wie "oi" zu sprechen, ist getilgt. Die aktuelle Variante lautet somit "deutsche Literatür". Auch vorbestellt und vorläufig nicht mehr zu haben: Bodo Kirchhoffs "Schundroman", Startauflage 10.000 Exemplare.
Sowohl Walsers "Tod eines Kritikers" als auch von Kirchhoffs "Schundroman" werden laut Suhrkamp Verlag und der Frankfurter Verlagsanstalt derzeit die zweiten Auflagen gedruckt. Die Verlagsanstalt hat bereits die dritte Auflage in Vorbereitung.
Der Buchhandel hatte nach der öffentlichen Diskussion über die Bücher kräftig vorbestellt. Beide Bücher drehen sich um den vermeintlichen oder versehentlichen Tod eines einflussreichen Literaturkritikers, für den jeweils Marcel Reich-Ranicki das Vorbild abgegeben hat. Walser war unter Verdacht geraten, antisemitische Klischees zu bedienen. Beide Autoren betonten jedoch, dass es ihnen um eine Abrechnung mit dem Literaturbetrieb gehe. Der Frankfurter Suhrkamp Verlag hatte trotz der Kritik vor allem von Seiten der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an der Veröffentlichung des Walser- Bandes festgehalten.
NEWS-Interview mit Walser-Befürwortern
In NEWS-Interviews erklären sich Nikolaus Harnoncourt und Gérard Mortier, sonst nicht eines Sinnes, für Walser. Harnoncourt: "Antisemitismus ist etwas Untrügliches, das man sehr genau spürt. Da sträuben sich einem die Haare. Walser aber ist kein Antisemit. Ich gehe nicht mit dem Suchgerät und versuche etwas, das gar nicht antisemitisch ist, auf antisemitisch umzudeuten."
Und Mortier: " Ich finde dieses Geschimpfe, dieses Einander-gegenseitig-als-Antisemiten-Ausrichten der europäischen Intellektuellen, während in Palästina täglich Menschen sterben, unwürdig. Es lebt ein Antisemitismus in Europa, sicher. Aber Gauß würde ich sicher nicht als Antisemiten sehen. Und auch Walser ist keiner. Zur Zeit wird in der Welt zu viel gelitten, als dass sich einige mit oberflächlichem Gerede zu diesen Themen selbst ins Licht stellen dürften.
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