Montag, 3. Juni 2002

50 Britische Herzpatienten zur Operation nach Salzburg

  • Auf der Insel eineinhalb Jahre Wartezeit auf Operation

Britische Herzpatienten sollen jetzt unter anderem auch nach Salzburg gebracht und operiert werden. Auf Grund des akuten Ärztemangels auf der Insel beträgt für Herzpatienten die Wartezeit auf eine Operation rund eineinhalb Jahre - für viele zu lange.

Die englische Gesundheitsbehörde "National Health Service" hat beim Salzburger Herzspezialisten Felix Unger angefragt, ob in der Mozartstadt Patienten operiert werden könnten, berichtete heute, Montag, Früh der ORF Salzburg im Radio.

Fataler Ärztemangel in England
Der Grund für den Ärztemangel in Großbritannien sind jahrelange Fehlplanungen im Gesundheitswesen. "Im Grunde genommen ist es eine enorme Blamage, andere Länder um die Versorgung zu bitten", so Unger. Die britischen Behörden haben auch in Deutschland, den Benelux-Staaten und in Frankreich nachgefragt, ob man helfen könne. Ob die Herzchirurgie-Abteilung in Salzburg jetzt tatsächlich ausgewählt wird, steht noch nicht endgültig fest. In Salzburg könne man jährlich rund 50 Herzpatienten aufnehmen.

Pro Patient würden die britischen Behörden 10.000 Euro für eine Herzoperation und die 14 Tage Spitalaufenthalt bezahlen. Für die Landeskrankenanstalten bedeuten ausländische Patienten aus dem EU-Raum jedenfalls eine bessere Kostendeckung - sie bringen dem Spital um zehn bis 20 Prozent mehr Einnahmen als österreichische Patienten, schätzen Experten. Dennoch müssen heimische Herzpatienten keine Nachteile befürchten: "Der Salzburger Raum hat erste Priorität. Und wenn wir jemanden nehmen können, weil die Kapazitäten es zulassen, dann halte ich es als einen Akt der Solidarität, dass man auch anderen Leuten hilft", so Unger im Radio.

3.6.2002 10:30