Mittwoch, 29. Mai 2002

ÖAMTC-Test zeigt: Sicherheitsmängel bei Kindersitzen

  • Nur zwei von zwanzig Sitzen bekommen 4 Sterne
  • Die Hälfte nur "bedingt empfehlenswert"

Erschreckende Ergebniss einer ÖAMTC-Studie: Über 90 Prozent aller österreichischen Volksschulkinder sind im Auto nicht oder nicht ausreichend gesichert. Viele Kindersitzen weisen weiterhin Mängel auf. Die Hälfte der getesten Modell ist nur "bedingt empfehlenswert".

Trotz eines weiteren erfreulichen Rückganges bei Kinderunfällen gab es 2001 dennoch bei 3.629 Unfällen mit Kindern im Straßenverkehr 3.964 verletzte und 26 getötete Kinder. Erschreckend dabei ist, so das Ergebnis einer ÖAMTC-Studie, dass über 90 Prozent aller österreichischen Volksschulkinder im Auto nicht oder nicht ausreichend gesichert sind.

Damit es leichter fällt, das optimale Kinderrückhaltesystem zur Kindersicherung zu finden, hat der ÖAMTC gemeinsam mit 14 europäischen Automobilclubs die 20 gängigsten Kindersitze einem umfangreichen Sicherheitstest unterzogen, dem sich auch die Stiftung Warentest und der Verein für Konsumenteninformation angeschlossen haben.

Nur zwei Sitze mit vier Sternen "sehr empfehlenswert"
"Nur zwei Sitze erreichten 'sehr empfehlenswert' und damit vier Sterne, für acht Sitze gab es immerhin drei Sterne und 'empfehlenswert', zehn schnitten mit zwei Sternen nur 'bedingt empfehlenswert' ab", resümiert der Testleiter dieses großen europäischen Kindersitz-Testes, ÖAMTC-Experte Franz Peleska.

"Sehr empfehlenswert" sind die Römer Produkte "Baby Safe" und "Duo", in den Gewichtsklassen 0 bis 13 kg und 9 bis 18 kg. Mit "empfehlenswert" und drei Sternen schnitten acht Sitze ab, wobei es aber leider keinen "empfehlenswerten" Kindersitz in der Gewichtsklasse 0 bis 13 kg gibt. Erschreckend aber, dass die Hälfte der getesteten Sitze mit zwei erreichten Sternen nur "bedingt empfehlenswert" ist.

Nach Vorjahrstest wurde Seitenschutz vieler Kindersitze besser
Im vergangenen Jahr wurde beim ÖAMTC-Kindersitztest erstmals der Seitencrash in die Bewertung aufgenommen und die Ergebnisse waren noch nicht zufriedenstellend. "Viele Hersteller haben auf die Ergebnisse des Tests prompt reagiert und die Sitze so konstruiert, dass die Seitensicherheit enorm verbessert wurde", freut sich Franz Peleska über den Erfolg des Kindersitztests.

"Unverständlich ist aber, dass es nach wie vor Sitze ohne geeignete Seitenabstützung gibt", kritisiert ÖAMTC-Experte Peleska. Besonderes Negativbeispiel ist der Chicco Quasar Evolution (15 bis 36 kg), der wegen unzureichender Kopfabstützung hohe Belastungswerte im Seitencrash aufweist.

29.5.2002 10:15