Gericht eröffnet Insolvenzverfahren für Holzmann AG
- Grund: 1,5 Milliarden Euro Schulden
- Verfahren auch für Imbau
Das deutsche Amtsgericht in Frankfurt am Main hat das Insolvenzverfahren für die Philipp Holzmann AG eröffnet. Die Gesellschaft sei zahlungsunfähig, teilte das Gericht mit. Zum Insolvenzverwalter des Bauriesen wurde der Rechtsanwalt Ottmar Hermann bestellt.
Der bisherige vorläufige Insolvenzverwalter Ottmar Hermann wird das Amt auf ständiger Grundlage ausüben, teilte das Gericht am Samstag mit. Im Holzmann-Konzern arbeiten insgesamt rund 23.000 Beschäftigte, davon 10.000 in Deutschland.
Derzeit ist der Poker um die Übernahme profitabler Tochterfirmen der Philipp Holzmann AG in vollem Gange. Im Rennen sind unter anderem der niederländische Heijmans-Konzern, das deutsche Unternehmen Bilfinger Berger und die britische ORourke Group. Welche Unternehmensteile schließlich übernommen und fortgeführt werden, ist bisher unklar.
Ein Insolvenzverfahren wurde am Samstag auch für die Holzmann-Tochter imbau Industrielles Bauen eröffnet. Zur Insolvenzverwalterin für den Fertigteile-Spezialisten wurde die Rechtsanwältin Angelika Amend bestellt. Grund sei die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung des Unternehmens.
Unerwartet hohe Verluste
Auslöser der jüngsten Holzmann-Krise sind unerwartet hohe Verluste 2001 von rund 240 Mill. Euro, die am Eigenkapital der Firma zehren. Um eine Insolvenz zu vermeiden, hätte der Konzern frisches Kapital benötigt.


