Samstag, 1. Juni 2002

"Star Alliance" hat neue Mitglieder

  • Nur China bleibt "weißer Fleck"
  • Neu dabei: Asiana Airlines, LOT und Spanair

Das weltgrößte Luftfahrtbündnis "Star Alliance" um die Deutsche Lufthansa hat drei neue Mitglieder aufgenommen und damit das Netz seiner Flugrouten erweitert. Die bisher 14 Partner der Allianz stimmten am Samstag bei einem Vorstandstreffen in Schanghai dem Beitritt der südkoreanischen Asiana Airlines, der polnischen Fluggesellschaft LOT sowie der spanischen Spanair zu.

"China ist ein weißer Fleck", sagte Lufthansa-Vorstandschef Jürgen Weber nach dem Treffen in der chinesischen Wirtschaftsmetropole. Es wäre ein logischer Schritt, den Lufthansa-Partner Air China in die Allianz aufzunehmen. Doch darüber müssten alle Mitglieder entscheiden.

Mitte April war eine Maschine von Air China bei Pusan in Südkorea abgestürzt. Das Unglück, das erste der Fluggesellschaft in knapp 50 Jahren, hatten 38 von 166 Passagieren überlebt. Die Lufthansa, die ein Kooperationsabkommen mit Air China hat und in Peking eine gemeinsame technische Wartung betreibt, habe volles Vertrauen in den Standard von Air China, betonte Weber. "Von dieser Seite aus gibt es keinen Hinderungsgrund für den Eintritt in die Star Alliance", sagte er der dpa. Eine Hürde sei aber etwa die Informationstechnologie, bei der Air China noch den Anschluss finden müsse.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September und den katastrophalen Folgen für die Luftfahrt habe die Branche nun das Schlimmste hinter sich, meinte Cheong Choong Kong, Vorstand der zum Bündnis zählenden Singapore Airlines. "Wir müssen uns aber noch gedulden, um endgültig von einer vollständigen Erholung sprechen zu können", betonte Cheong.

Die vollständige Integration der drei neuen Mitglieder in die "Star Alliance" werde sechs bis zwölf Monate in Anspruch nehmen, hieß es. Die Vorstände des 1997 gegründeten Bündnisses, zu dem auch die skandinavische SAS und United Airlines gehören, kamen vor dem ersten Treffen der weltweiten Luftfahrtindustrie nach den Terroranschlägen in den USA zusammen. Am Montag und Dienstag wird der Internationale Verband der Luftverkehrsbranche (IATA) in Schanghai über die Folgen des 11. September sowie die Entwicklung der chinesischen Luftfahrt sprechen.

1.6.2002 11:33