Freitag, 31. Mai 2002

FORMAT: Der Herr der Wiener Börse

  • Christian Ramberger - Verwalter von 727 Millionen Euro

Christian Ramberger verwaltet ab 1. Juni das 727 Millionen Euro schwere Aktienvermögen der Allianz. Damit ist er der größte Player am Börsenplatz Wien. FORMAT porträtiert ihn in seiner neuen Ausgabe.

Christian Ramberger fühlt sich reich und mächtig. Am 1. Juni wird der 36jährige Wiener den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere erreichen. Dann übernimmt er die Verantwortung für das Aktienvermögen der Allianz Invest, der Investmentfondsgesellschaft der österreichischen Allianz-Versicherung. Gesamtvolumen: rund 727 Millionen Euro (zehn Milliarden Schilling!). Knapp ein Drittel davon wird in Austrotitel investiert.

Damit repräsentiert Ramberger – nach seinem Vorgänger Wolfgang Matejka, der zur Schweizer Privatbank Vontobel wechselte – das neue Gesicht des größten Investors am hiesigen Börsenparkett. Ramberger, selbstbewußt: "Die Allianz ist ein gewichtiger Player in Wien. Ich werde mir erlauben, jedes Unternehmen kritisch unter die Lupe zu nehmen."

Solche Sprüche und die rund 250 Millionen Euro, die die Allianz an der Wiener Börse investiert hat, lassen selbst heimische Blue-chip-Unternehmen zittern: Wenn die Allianz Invest Aktien verkauft, rasselt das betroffene Papier meist
in den Keller. Gibt sie eine Kauforder, steigt der Kurs oft
deutlich an.

Und selbst wenn Ramberger weder kauft noch verkauft, werden Vorstände und Investor-Relations-Manager gebannt auf den Millionenjongleur blicken. Grund: Jede kritische Bemerkung, die er über eine Aktie fallenläßt, kann ebenso fatale Folgen für den Kurs haben wie eine tatsächliche Verkaufsorder.

Die Salesleute – so werden die Aktienverkäufer der Geldhäuser genannt – befürchten jedenfalls, daß der Maseratifahrer ihre Tricks und Kniffe längst in- und auswendig kennt und sich deshalb nicht jedes Papier aufschwatzen läßt. Zu Recht, denn der WU-Absolvent hat das Saleshandwerk von der Pike auf gelernt. Die Stationen des gelernten Aktienverkäufers im Zeitraffer: 1989–91: Erste österreichische Spar-Casse, 1991–93: Vindobona Privatbank (VIP), 1993–96: Investmentbank Austria, 1996/97: Bank Austria, London, 1997–2001: CA IB, London. Zuletzt: Erste SparInvest.

Das komplette Porträt finden Sie im neuen FORMAT!

31.5.2002 15:02