Banken sagen Fiat Finanzspritze zu
- Geldinstitute garantieren drei Milliarden Euro
- Gerüchte über verstärkte Beteiligung von GM
Eine Gruppe italienischer Banken hat dem stark verschuldeten Fiat-Konzern eine milliardenschwere Finanzspritze zugesichert. Die Banken Intesa, Banca di Roma und Sanpaolo Imi teilten am Dienstag mit, dass sie für Fiat innerhalb der nächsten drei Jahre eine Kapitalerhöhung um bis zu drei Milliarden Euro garantierten. Zudem seien die Banken bereit, 51 Prozent der Finanzierungs-Sparte von Fiat-Auto zu kaufen, um dadurch die Schulden der Gruppe zu senken.
Den Angaben zufolge stimmten die jeweiligen Aufsichtsräte bereits dem Plan zu. Auch die italienische Notenbank habe ihn bereits erhalten. Damit bestätigten die Unternehmen im wesentlichen einen Bericht einer italienischen Tageszeitung. Danach sollte eine dreijährige Wandelanleihe von den Banken gezeichnet werden.
Das "Wall Street Journal" berichtet, dass bei dem mit 20 Prozent an Fiat-Auto beteiligten US-Konzern General Motors intern über eine mögliche vorzeitige Ausübung der Kaufoption für die restlichen 80 Prozent an Fiat-Auto diskutiert wird. Sprecher von Fiat und von GM lehnten eine Stellungnahme ab.
Teil des Sanierungsplans sei der Verkauf der Mehrheit des Finanzdienstleisters der Autosparte im Fiat-Konzern an die beteiligten Banken, hieß es weiter. Mit der Maßnahme solle die Verschuldung Fiats um rund acht Milliarden Euro verringert werden. Fiat versucht schon länger, Vermögenswerte zu verkaufen, um mit den Erlösen Schulden zu tilgen. Die Nachrichtenagentur Ansa meldete am Montag, die drei Banken wollten sich an der Sportauto-Sparte von Fiat, Ferrari, beteiligen. Ferrari soll im Jahresverlauf an die Börse gehen.
Zu den Spekulationen um Fiat-Auto trug am Dienstag auch ein Mitglied der Familie Agnelli, die Fiat kontrolliert, bei. Umberto Agnelli sagte bei der Hauptversammlung der Holding Ifi, Fiat müsse sicherstellen, dass die Auto-Tochter und ihre Beschäftigten unter den bestmöglichen Umständen arbeiten könnten. "Ich hoffe, das geschieht innerhalb der Fiat-Welt, aber wenn das nicht möglich ist, müssen wir diesen Leuten die Chance geben, so gut und so ruhig wie möglich arbeiten zu können", sagte er.
Agnelli fügte hinzu, er wisse nichts von Plänen, die Ausübung der Verkaufsoption für 80 Prozent an Fiat-Auto von 2004 vorzuziehen. Die von Ifi und der Finanzholding Ifil gehaltenen 30 Prozent an Fiat müssten nicht immer "strategisch" bleiben, sagte Agnelli weiter.
In Kreisen hieß es, ein schnellerer Verkauf der noch bei Fiat liegenden 80 Prozent an der Autosparte sei nicht vorgesehen. GM hatte vor zwei Jahren 20 Prozent an Fiat Auto übernommen. Fiat hat zudem eine Option die restlichen Anteile ab 2004 an GM zu verkaufen. Fiat hatte im ersten Quartal dieses Jahres hauptsächlich wegen eines schwachen Absatzes und Verlusten bei der Auto-Tochter einen Nettoverlust von 529 Millionen Euro ausgewiesen.

