Vodafone mit Rekordminus von 21,4 Mrd. Euro
- Aber kräftiger Zuwachs im eigentlichen Mobilfunkgeschäft
- Ursache für Verlust: Abschreibungen & Wertberichtigungen

Wegen Abschreibungen auf Firmenbeteiligungen in Milliardenhöhe hat der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone das vergangene Jahr mit einem Rekordverlust abgeschlossen. Vor Steuern belief sich das Minus im Ende März ausgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 auf 13,54 Mrd. Pfund (21,4 Mrd. Euro), wie Vodafone am Dienstag in London mitteilte.
Im Vorjahr hatte der Vorsteuerverlust nach Abschreibungen und Sonderfaktoren acht Mrd. Pfund betragen. Im eigentlichen Mobilfunkgeschäft legte Vodafone aber kräftig zu: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 44 Prozent auf 10,1 Mrd. Pfund.
Grund für den Rekordverlust waren die höchsten Abschreibungen und Wertberichtigungen eines Unternehmens in der britischen Wirtschaftsgeschichte. Diese beliefen sich auf insgesamt 19,7 Mrd. Pfund. Vor Steuern erzielte das britische Unternehmen vor Sonderfaktoren einen Gewinn von 6,2 Mrd. Pfund. Dies waren 54 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Die Abschreibungen sind das Eingeständnis, dass Vodafone für die Übernahme von Mannesmann in Deutschland und das US-Mobilfunkunternehmen Airtouch sowie weitere Beteiligungen rund um den Globus überhöhte Preise gezahlt hat. Vodafone hatte nach einer mehrmonatigen Übernahmeschlacht Anfang 2000 allein für Mannesmann 113 Mrd. Pfund (179 Mrd. Euro) ausgegeben. Die Märkte hatten bereits mit dem Rekordverlust gerechnet. Anfang des Monats war die Vodafone-Aktie auf ein Vierjahrestief von 92,5 Pence gefallen und damit auf nur noch ein Viertel des Höchststandes von 399 Pence vor zwei Jahren.

