RHI: Jahresfehlbetrag im Konzern 856,4 Mio. Euro
- Im 1. Quartal 2002 operativ verbessert
- Das Kerngeschäft war 2001 positiv

Der börsenotierte Feuerfest- und Baustoffkonzern RHI hat am Dienstag die am 25. April veröffentlichten Zahlen für das 1. Quartal 2002 im Wesentlichen bestätigt und ist zuversichtlich, die der Kapitalrestrukturierung zugrunde liegenden Ergebnisziele 2002 erreichen zu können. Der RHI-Konzern erlitt im Geschäftsjahr 2001 einen Jahresverlust von 856,4 Mio. Euro, nachdem 2000 noch ein Gewinn von 30,8 Mio. Euro erzielt worden war.
Mit minus 590,7 Mio. Euro wirkte sich 2001 ein a.o. Ergebnis aus, das außerordentliche Aufwendungen aus Abschreibungen, Risikovorsorgen und Forderungswertberichtigungen der US-Feuerfestgesellschaften, aber auch a.o. Erträge aus der Entkonsolidierung dieser Firmen enthält. Im Wesentlichen liegen die endgültigen Konzernzahlen 2001 im Rahmen der bereits am 14. Jänner veröffentlichten Eckdaten.
Der durch den Jahresfehlbetrag verursachte Eigenkapitalverzehr wird durch das im Zuge der Kapitalrestrukturierung mit den Gläubigerbanken vereinbarte Mezzaninkapital von 400 Mill. Euro teilweise kompensiert. Mit Hilfe der zwischenzeitlich emittierten, nachrangigen Wandelschuldverschreibungen und dem für 2002 erwarteten Jahresgewinn soll RHI im Geschäftsjahr 2002 wieder ein positives wirtschaftliches Eigenkapital erreichen, gibt die RHI AG in einer Adhoc-Aussendung bekannt.
Das Betriebsergebnis (EBIT) des RHI-Konzerns betrug 2001 minus 114,3 Mill. Euro nach plus 131,3 Mill. Euro im Jahr 2000. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) fiel mit 204,9 Mill. Euro deutlich negativ aus und war 2000 noch mit 70,1 Mill. Euro positiv.
Das künftige Kerngeschäft Feuerfest (ohne die Ende 2001 entkonsolidierten US-Gesellschaften) konnte 2001 ein positives Betriebsergebnis (EBIT) von 72,2 (Vorjahr 59,4) Mill. Euro erzielen. Einschließlich Einmaleffekten betrug das EBIT 62,1 (72) Mill. Euro.
Das Feuerfestgeschäft Nordamerika erlitt im Berichtsjahr, noch inklusive der zum 31.12.2001 entkonsolidierten US-Gesellschaften, einen EBIT-Verlust von minus 51,8 Mill. Euro, einschließlich Einmaleffekten von minus 133,6 Mill. Euro, nach einem positiven EBIT von 23,7 Mill. Euro im Jahr 2000. Insgesamt weist Feuerfest damit für 2001 ein EBIT von minus 71,5 Mill. Euro aus nach plus 95,7 Mill. Euro im Jahr 2000.
Der RHI-Konzernumsatz 2001 ist auf 1,867 (2,194) Mrd. Euro zurückgegangen, was auf die Entkonsolidierung des Isolierbereichs sowie die schwache Umsatzsituation bei Feuerfest Nordamerika zurückgeführt wird.
Der Bereich Dämmen erzielte 2001 ein deutlich schwächeres EBIT von 2,2 (11,2) Mill. Euro, nach Einmaleffekten ergab sich sogar ein negatives EBIT von 6,9 Mill. Euro, was von RHI auf die schwache Baukonjunktur und Entkonsolidierungen zurückgeführt wird. Engineering schloss 2001 mit einem positiven EBIT von 300.000 Euro nach 7,6 Mill. Euro im Jahr 2000. Nach Einmaleffekten war das EBIT jedoch 2001 mit 7,5 Mill. Euro negativ.

