Montag, 27. Mai 2002

Bundesforste 2001 mit mehr Umsatz und Gewinn

  • Das Verkaufsprogramm wird heuer beendet
  • Im Vorjahr wurden 11 Seen erworben

Trotz anhaltend niedriger Holzpreise und einem geringeren Holzeinschlag hat die Österreichische Bundesforste AG (ÖBf AG) im Jahr 2001 das drittbeste Ergebnis vor Fruchtgenussentgelt an die Bundesregierung erwirtschaftet. Im laufenden Geschäftsjahr wollen sich die beiden Vorstände Georg Erlacher und Thomas Uher weiter dem Ziel einer 15prozentigen Umsatzrendite nähern und das Ergebnis erneut um 10 Prozent steigern.

Das im Vorjahr gestartete Grundverkaufsprogramm soll mit Jahresende abgeschlossen sein, hieß es am Montag bei der Bilanzpressekonferenz. Im Herbst werde eine Evaluierung der Ausgliederung aus dem Landwirtschaftsministerium vor fünf Jahren erfolgen.

Die ÖBf, die insgesamt rund ein Zehntel der österreichischen Staatsfläche und 15 Prozent der Waldfläche bewirtschaften, haben 2001 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 18,39 Mill. Euro erzielt, was einer Steigerung von 17,1 Prozent entspricht. Bereinigt um den geringen Holzpreis lag das Ergebnis der Bundesforste laut Finanzvorstand im Vorjahr sogar über dem Rekordjahr 1999. Im Vorjahr sind 7,19 Mill. Euro an Investitionen in die Waldpflege geflossen.

An ihren Eigentümer, die Republik Österreich, haben die Bundesforste im Vorjahr davon 13,37 Mio. Euro abgeführt. Der Jahresüberschuss lag bei 12,21 Mio. Euro (plus 16,7 Prozent), der Umsatz bei 148 Mio. Euro. In Summe wurden seit der Ausgliederung 1997 ohne Seentransaktion 104,43 Mio. Euro oder knapp 1,5 Mrd. S an den Staat überwiesen - für Uher eine "beachtliche Pay-out-ratio".

Wenn auch der Umsatz auf dem Niveau von 1997 lag, so konnte dennoch das Ergebnis verbessert werden, betonte Uher. Dies sei auf eine "Optimierung des gesamten Prozesses" zurückzuführen, die im Zuge eines "Insourcing-Programms", bei dem einzelne Schritte der Holzernte wieder in das Unternehmen integriert wurden, umgesetzt worden sei. Zudem sei ein Großteil der Verträge in Langfristvereinbarungen umgewandelt worden. Damit habe sich die Kostenstruktur der ÖBf AG erneut verbessert: der Anteil der Personalkosten wurde von 67 Prozent 1994 auf 46 Prozent 2001 gesenkt.

2001 wurden 11 Seen erworben
Neben der Forstwirtschaft stellt der Bereich Immobilien das zweite Erwerbsstandbein der Bundesforste dar, der 2001 durch den Erwerb von elf Seen geprägt war. Das Grundverkaufsprogramm, das im Vorjahr zur Finanzierung der Seen gestartet wurde, soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Bisher wurden laut Uher rund 75 Mill. Euro aus dem genehmigten Verkauf von rund 8.580 ha Fläche lukriert, 20 bis 25 Mill. Euro seien zur vollständigen Finanzierung der Seen noch nötig. Dazu sollen noch 3.000 bis 4.000 ha an Grundstücken abgegeben werden. Durch den Seenkauf sei die ÖBf-Fläche um 10.000 ha gewachsen. Für heuer sei noch der Erwerb von Seeufergrundstücken im Wert von rund 11 Mio. Euro geplant.

Die Österreichische Bundesforste AG betreut und bewirtschaftet rund ein Zehntel der Staatsfläche - darunter 525.000 Hektar Waldfläche, 82 Seen, zwei Nationalparks (Donauauen, Kalkalpen), zahlreiche Wasserschutz- und Naturschutzgebiete, Erholungsflächen und Immobilien. 50 Prozent der Gesamtfläche der ÖBf stehen unter Naturschutz. Österreichweit sind 1.360 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Die Unternehmenszentrale wurde kürzlich nach Purkersdorf verlegt.

27.5.2002 14:58