Sonntag, 2. Juni 2002

Keine Lösung im Ticketchaos in Sicht

  • Südkoreas Regierung rät zu Schadenersatzklage

Im Ticket-Chaos bei der Fußball-WM ist noch immer keine Lösung in Sicht. Der Fußball-Weltverband FIFA berief am Montag in Yokohama eine Krisensitzung ein, um mit den Organisationskomitees KOWOC (Südkorea) und JAWOC (Japan) die Lage zu erörtern.

Allerdings kamen die Parteien nach Angaben eines FIFA-Sprechers bis zum Abend auf keinen gemeinsamen Nenner. Wie die teilweise verzweifelt nach Tickets suchenden Fans an jene Eintrittskarten kommen können, die am Wochenende plötzlich als unverkauft aufgetaucht waren, bleibt weiter ungeklärt.

Touristen suchen bereits bezahlte Karten
Außerdem sind offenbar noch immer WM-Touristen auf der Suche nach Karten, die sie schon längst bezahlt haben, aber wegen angeblich zu später Auslieferung durch die Ticket-Agentur Byrom nicht bekommen haben. Nach Angaben der koreanischen Nachrichtenagentur Yonhap hat Südkoreas Regierung das heimische OK angewiesen, eine Schadensersatzklage gegen die in Großbritannien ansässige Agentur einzureichen. Nach Angaben der FIFA tragen jedoch die beiden OK's die Hauptschuld an der Ticketmisere, weil sie die Belegungspläne der Stadien zu spät ausgestellt hätten.

JAWOC bestand am Montag weiterhin darauf, die verfügbaren Tickets über das Internet abzusetzen, obwohl sich dies in den vergangenen Tagen als wenig zweckmäßig erwiesen hatte. Einerseits brach die Website (www.fifatickets.com) permanent zusammen. Andererseits haben gerade ausländische WM-Besucher in Japan Probleme, an einen Internetanschluss zu kommen.

In einer Pressemitteilung am Montag widersprach JAWOC jedoch Meldungen, wonach Tickets von nun an auch an den Tageskassen verkauft werden sollen. Aus Sicherheitsgründen wird in Japan diese Prozedur abgelehnt. Dies hatte am Sonntag beim Spiel zwischen England und Schweden in Saitama dazu geführt, dass 1.300 Tickets auf offiziellem Weg nicht verkauft werden konnten, auf dem Schwarzmarkt aber Hunderte nach Karten suchten und teilweise astronomische Summen boten.

FIFA zeigt sich nicht beunruhigt
Dass für bisher alle Vorrundenspiele tausende von Karten nicht verkauft wurden, ist für die FIFA nicht Besorgnis erregend. "Auch bei Olympischen Spielen sind die Tribünen nicht in jedem Stadion voll. Und bei einer WM sind manche Partien eben attraktiver als andere", sagte FIFA-Sprecher Keith Cooper.

2.6.2002 10:20