65.000 Fans in Seoul erlebten schöne Eröffnungsfeier
- FIFA-Chef Blatter kam mit U-Bahn und bekam Pfiffe
- Japaner scherten sich wenig um die Eröffnungsfeier
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Mit einer stimmungsvollen Eröffnungsfeier hat im Stadion von Seoul die 17. Fußball-Weltmeisterschaft begonnen. Vor rund 1.000 Ehrengästen aus aller Welt und 65.000 Zuschauern im Stadion von Seoul präsentierten etwa 2.300 Mitwirkende die rund 30-minütige Feier unter dem Titel "Aus dem Osten".
Zur Eröffnung des teuersten Sportspektakels der Welt kam FIFA-Präsident Joseph Blatter nicht mit der Limousine oder dem Hubschrauber. Der 66-jährige Schweizer erreichte das WM-Stadion in Seoul per U-Bahn. "Der Waggon war aber besonders dekoriert", berichtete Keith Cooper, Sprecher des Weltverbandes FIFA.
Bevor in der rund 150 Millionen Euro teuren und 64.677 Sitzplätze fassenden Prunkarena der Anpfiff zur ersten der 64 Partien ertönte, wurde das Turnier mit einer halbstündigen Eröffnungsfeier gestartet. Beim Start der Jagd auf Titelverteidiger Frankreich, die WM-Neuling Senegal begann, wurden nach FIFA-Angaben weltweit eine halbe Milliarde Menschen an den Fernseher erwartet.
Pfiffe für Blatter
Die Show mit 2.300 Darstellern stand unter dem Motto "Aus dem Osten" und präsentierte die zwei Antagonismen des im Aufbruch befindenden Kontinents: Tradition und Moderne. Dazu gehörte auch der koreanische Trommeltanz "Samulnori". Die mit Elektronic-Beats gemischten Rhythmen der professionellen Schlagzeuger hallten dabei von den Rängen zurück, auf denen rund 60.000 Mini-Trommeln verteilt worden waren. FIFA-Präsident Blatter, dessen Wiederwahl den Weltverband vor eine Zerreißprobe gestellt hatte, musste sich bei seiner Ansprache hingegen Pfiffe anhören.
Lange Liste der Ehrengäste
Offiziell eröffnet wurde die erste WM in zwei Ländern von Südkoreas Staatspräsident Kim Dae Jung, der vom Beginn einer "neuen Ära der Beziehungen" zwischen Südkorea und Japan sprach. Co-Ausrichter Japan war durch Premierminister Junichiro Koizumi und Prinz Takamado vertreten. Kaiser Akihito hatte eine Einladung abgelehnt. Nordkorea entsandte überhaupt keinen Vertreter. Die Liste der rund 1.000 Ehrengäste aus aller Welt, darunter Staatsoberhäupter und Adel, reichte von Franz Beckenbauer über "007" Roger Moore bis Pele.
Tausende Anhänger aus Frankreich und Senegal gaben einen Vorgeschmack darauf, dass die WM auch im Fernen Osten ein Fest der Fans werden soll. Mit bunt bemalten Gesichtern, gefärbten Haaren und kostümiert in blauen (Franzosen) oder gelben (Senegalesen) Trikots und T-Shirts jubelten sie den Aktionen ihrer Teams zu.
Nüchterner TV-Auftakt in Japan
Beim Mitausrichter Japan spielte der WM-Auftakt längst nicht eine so dominierende Rolle. Die Eröffnungsfeier und das Eröffnungsspiel wurden zwar im freien Fernsehen übertragen, mussten sich dort aber in der Zuschauergunst gegen ein hochrangiges Baseball-Spiel - in Japan Sportart Nummer eins - behaupten. Die Japaner bekamen zudem erst gar nicht die Gelegenheit, die stimmungsvolle Eröffnungsfeier ungestört auf sich wirken zu lassen. Der Sender NHK schaltete während der Live-Übertragung permanent zu Interviews ins eigene Studio. Erst mit dem Anpfiff zwischen Frankreich und Senegal gab es Live-Bilder ohne Unterbrechung zu sehen.
