Sturm-Trainer Osim analysiert WM-Spiele für die FIFA
- "Ehrenvolle, aber auch anstrengende Aufgabe"
- Fußball-Philosoph wird fünf Partien genau beobachten
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Fußball-Philosoph Ivan Osim wird seine Fachkenntnisse für zwei Wochen ausnahmsweise nicht seinem Klub Sturm Graz, sondern dem Weltverband FIFA zur Verfügung stellen. Der Bosnier, der seit Samstag in Sapporo weilt und davor einige Tage zu Vorbesprechungen in Seoul verbrachte, ist Mitglied der acht Personen umfassenden "Technischen Studiengruppe" des Weltverbandes und wird in dieser Eigenschaft insgesamt fünf WM-Matches für die FIFA analysieren.
"Das ist eine ehrenvolle, aber auch anstrengende Aufgabe für mich", erklärte der 61-Jährige, der sich nicht um organisatorische oder sicherheitstechnische Angelegenheiten kümmern muss, sondern sich "voll auf Fußball konzentrieren darf. Unmittelbar nach Spielende muss ich der FIFA einen Kurzbericht übermitteln, rund eine Stunde später soll dann ein ausführlicherer Text mit taktischen Details folgen", beschrieb Osim sein Aufgabenfeld, in das unter anderem auch die Wahl des jeweiligen "Man of the Match" fällt.
Fünf Spiele unter Osims Lupe
Die Partien Deutschland - Saudiarabien (1. Juni/Sapporo), Italien - Ecuador (3. Juni/Sapporo) Argentinien - England (7. Juni/Sapporo), Mexiko - Ecuador (9. Juni/Miyagi) und Schweden - Argentinien (12. Juni/Miyagi) wird der "Fußball-Professor" unter die Lupe nehmen. Am Ende seiner Tätigkeit steht ein abschließendes Treffen mit dem Gruppenleiter Jozef Venglos, Ex-Teamchef der Tschechoslowakei. Der FIFA muss Osim zudem einige Wochen nach der WM in einem umfangreichen Dossier über seine Eindrücke und Erkenntnisse berichten.
Für Sturm verzichtet Osim sogar auf die Finalphase
Die Einladung auf einen längeren Verbleib bis zur Finalphase hat Osim ausgeschlagen. "Ich kann nicht so lange fort sein, schließlich beginnt ja schon die Vorbereitung mit Sturm", erklärte der frühere jugoslawische Teamchef, der am 15. Juni nach Österreich zurückkehrt. Zuvor ist aber noch ein Treffen mit Ivica Vastic in Japan geplant. "Wir haben einmal darüber gesprochen. Fix ist es aber noch nicht, weil er selbst nicht genau weiß, wann er ankommt."
