Südkorea verweigert 9.200 Ausländern die Einreise
- Auch Japan weist erstmals Fußball-Hooligans ab
Südkorea verweigert während der Fußball-Weltmeisterschaft rund 9.200 Ausländern, die der Terroristen- oder der Hooligan-Szene zugerechnet werden, die Einreise. Dies berichtete "The Korea Herald" in seiner Donnerstag-Ausgabe.
"Die Regierung verbietet 6.515 Personen, die als Terroristen verdächtigt werden, und 2.689 bekannten Hooligans die Einreise", erklärte der südkoreanische Justizminister Song Jeong Ho in Seoul. Um die Sicherheit bei der WM bis zum 1. Juli zu garantieren, stehe Südkorea rund um die Uhr mit den Nachrichtendiensten in 55 Ländern in Verbindung.
Japan weist erstmals Fußball-Hooligans ab
Die japanischen Einwanderungsbehörden haben die ersten englischen Hooligans an der Einreise zur Fußball-Weltmeisterschaft gehindert. Nach offiziellen Angaben vom Montag wurden auf dem Tokioter Flughafen Narita zwei Männer abgewiesen, weil ihre Namen auf einer "Hooligan-Liste" standen. Auf diesem von den britischen Behörden zusammengestellten Formular sind etwa 200 Hooligans aufgeführt, die in der Vergangenheit wegen einschlägiger Delikte mit dem Gesetz in Berührung gekommen waren.
Die jeweils 34 Jahre alten Briten, die sich in der Maschine einer türkischen Fluggesellschaft aus Istanbul auf den Weg nach Asien gemacht hatten, sollen so schnell wie möglich in ihre Heimat zurückgeflogen werden. Es war das erste Mal, dass in Japan vermeintliche Hooligans aufgegriffen wurden. Voraussetzung dafür ist eine im vergangenen Jahr vorgenommene Gesetzesänderung. Sie ermöglicht es, vorbeugend vor Veranstaltungen gegen mögliche Gewalttäter vorzugehen. In der vergangenen Woche wurde bereits in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ein vorbestrafter englischer Hooligan abgewiesen.
Zwischen 6000 und 8000 englische Fans erwartet das japanische Organisationskomitee (JAWOC) bei den Gruppenspielen gegen Schweden am Sonntag in Saitama, Argentinien (7. Juni/Sapporo) und Nigeria (12. Juni/Osaka). Für die drei Begegnungen gilt die höchste Sicherheitsstufe, rund 7000 Beamte wollen die japanischen Behörden dafür aufbieten.
Da sie im Umgang mit gewalttätigen Fußball-Fans völlig unerfahren sind, werden sie von einem internationalen Team beraten. Am Montag trafen 30 von insgesamt 100 Hooligan-Experten - unter anderem auch aus Europa - in Japan ein. Sie sollen im Umfeld der Stadien und in den Innenstädten der Spielorte eingesetzt werden. Außerdem werden Polizeibeamte jene Nachtzüge begleiten, in denen englische Fans reisen werden. Die Bahngesellschaften JR East und JR Tokai kündigten an, keinen Alkohol in Nachtzügen auszuschenken. Auch in den Bahnhöfen in Yokohama, Shizuoka und Niigata werde vorübergehend der Alkoholverkauf eingestellt.
