Fußball-WM: Spektakel im Schatten des Terrors
- Flugverbote, Luftabwehrraketen, Gasmasken, ...
- Polizei: Mit Fangnetzen und Wasserwerfern gegen Hooligans
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"Alles ist anders" - seit dem 11. September 2001 ist dieser Satz immer wieder zu hören. Und dies nicht nur im Bereich der (Sicherheits-)Politik. Auch für sportliche Großereignisse hat sich einiges geändert. Schon bei den olympischen Spielen im Februar in Salt Lake City waren die Sicherheitsvorkehrungen so scharf wie noch nie, auch bei der Fußball-WM ist nicht wie zuvor.
In Japan und Südkorea ist ein Spektakel für Ballartisten und Fans geplant, das in einer eigenen Welt ablaufen wird. Geschützt von tausenden Polizisten und Sicherheitskräften, Kampfjets und Luftabwehrraketen werden 32 Nationalmannschaften um die Krone im internationalen Fußball kämpfen.
Flugverbot über den 20 Stadien
Polizisten und Sicherheitskräfte sind für ihren Einsatz gegen Hooligans und Terroristen monatelang in Trainingscamps ausgebildet worden, Spieler und FIFA-Gesandte werden von bewaffneten Polizisten eskortiert. Über den zwanzig Stadien herrscht während der Spiele Flugverbot.
"Undercover-Beamte" aus anderen Ländern
Wer ins Stadion rein will, muss sich wegen der strengen Personenkontrollen auf lange Wartezeichen einstellen und zudem ausweisen können. Wer nicht ins Land darf, steht auf einer "Watchlist" für Hooligans oder mutmaßliche Terroristen. Als gefährlich eingestuften Personen soll so die Einreise nach Südkorea verwehrt werden. In Japan sollen Hooligans und "Dafuya", das sind zur Mafia zählende Schwarzmarkthändler, direkt vor den Stadien abgefangen werden. Die Justiz-Behörde in Sapporo fürchtet Stress durch Verhaftungen und will andere Strafverfahren vertagen, um Kapazität für die WM-Hooligans zu schaffen. Ausländische Beamte sollen die Fans aus ihrem eigenen Land während der Titelkämpfe als "Undercover-Beamte" beobachten.
Anti-Terror-Ausbildung für die Polizei
Die Polizisten der gastgebenden Länder wurden auf mögliche Terror-Anschläge und Gewaltausbrüche von Fans geschult. Die Japaner probten in Kampfanzügen und biowaffensicherer Kleidung für den Ernstfall. Auf den Trainingsplan stand das Befreien von Geiseln aus einem Bus genauso wie das Entschärfen von Autobomben und das Vorgehen mit Wasserwerfern und Lautsprecher-Durchsagen in sechs Sprachen gegen aggressive Gruppen, die u. a. mit Stühlen, Bratpfannen und Fahrrädern um sich warfen.
"Spiderman"-Methoden gegen Randalierer
In Sapporo will die Polizei eine speziellen Waffe einsetzen. Gewalttätige Fans sollen mit einem Netz eingefangen werden, das mit einer speziellen Vorrichtung über sie geschossen wird. "Wer wild wird, wird unter einem Netz gefangen und kann sich dann nicht mehr bewegen", erklärte ein Polizeisprecher. Mit dem aus Comics bekannten Netz-Gewehr Marke "Spiderman" können mehrere Hooligans zugleich ruhig gestellt werden.
100.000 Gasmasken für die Armee
In Südkorea liegen für die Reservisten der Armee 100.000 Gasmasken bereit, um gegen Angriffe mit biochemischen Waffen gerüstet zu sein. Südkorea hat auch eine Anti-Terror-Einheit eingerichtet und Zivilschutzkräfte für die Terrorbekämpfung ausgerüstet. Zwischen den beiden Veranstalterländern wurde eine Hotline zur schnellstmöglichen gegenseitigen Information in Sicherheitsfragen eingerichtet.
