FC Tirol: Schlusspfiff am Tivoli?
- Der Fußballmeister steht unmittelbar vor dem Aus
- Kann der drohende Konkurs noch einmal verhindert werden?
Die Chatforen im Internet sind unmissverständlich: "Die mit dem Strafrecht kollidierenden Vorstandsmitglieder können ja den Wunschhäfen für Krida-Patienten schon mal aussuchen", schreibt ein erboster FC-Tirol-Fan. Zynischer Nachsatz: "Die Karlau ist schlecht – wegen Sturm Graz in der Nähe."
Tatsächlich dürfte es schon in den nächsten Tagen beim österreichischen Fußballmeister zum endgültigen Showdown kommen. Selbst ein Konkurs ist für Tiroler Banker und Wirtschaftsexperten kein Tabuthema mehr. Für Sanierungsprofi Fritz Hakl, Boss der Tiroler Raiffeisen-Landesbank, ist der Verein kaum noch zu retten: "Der Vorstand des Vereins hat sein Wort nicht gehalten." Nicht nur, was die ausständigen Spielergehälter betrifft. Und die mehr als 100 Gläubiger wollen die Hinhaltetaktik des Vorstandes nicht länger akzeptieren. Die Tiroler Gebietskrankenkasse etwa, der der FC Tirol zumindest 365.000 Euro schuldet, will die offenen Forderungen bei Gericht einklagen. Andere Gläubiger haben ebenfalls angekündigt nachzuziehen. Bislang war die Vereinsführung nicht einmal in der Lage, den genauen Schuldenstand anzugeben. Der erhöht sich nämlich von Tag zu Tag, während Management und Präsidium sich in Beruhigungsfloskeln üben.
Verpfändet
Wie nervös die Führung tatsächlich ist, zeigt sich schon allein daran, dass FC-Tirol- Präsident Othmar Bruckmüller Anfang April eine seiner Liegenschaften in Wals-Siezenheim mit 1,74 Millionen Euro belastet hat. Damit nicht genug: NEWS-Recherchen ergaben, dass Bruckmüller erst vor kurzem über ein 8.833 Quadratmeter großes Grundstück im Bezirk Steyr ein Belastungs- und Veräußerungsverbot im Grundbuch erwirkt hat – und zwar zugunsten seiner Frau Michaela. Das bedeutet: Ohne Zustimmung seiner Gattin darf das Besitztum nicht verkauft werden, kann aber auch von potenziellen Gläubigern nicht zur Schuldabdeckung herangezogen werden. Faktum ist: Der Präsident haftet für den gesamten Schuldenberg – kolportierte 20 Millionen Euro – bis 30. Juni 2002 persönlich. Es ist fraglich, ob Bruckmüller für diese astronomische Summe überhaupt aufkommen könnte. Der absolute Super-GAU droht vor allem deswegen, weil der größte Mäzen in der Tiroler Fußballgeschichte – Gernot Langes von Swarovski – mittlerweile überhaupt kein Interesse mehr zeigt, das Missmanagement mit einer erneuten Finanzspritze zu übertünchen. Und auch Bundesliga- Boss Frank Stronach zeigt sich nicht bereit, neben der Wiener Austria noch einen weiteren Klub zu sponsern. Schon gar nicht den FC Tirol mit einem Management, gegen das die Staatsanwaltschaft Innsbruck fieberhaft ermittelt.
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