Profanter sattelt auf das Moutainbike um
- Steirerin strebt EM-Teilnahme im August in Graz an
- Olympia 2004 im Kanu aber noch nicht abgeschrieben

Quereinsteiger sind nicht nur in der Politik in, auch im Radsport kommen sie mehr und mehr in Mode. Nachdem Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Emese Hunyady im Sommer ihre ersten Gehversuche bei Hallen-Rennen absolvierte, will im Spätherbst ihrer Karriere nun auch die Steirerin Uschi Profanter wettkampfmäßig unter die Pedalritter gehen. Die Kanutin strebt eine Teilnahme an den nächstjährigen Mountainbike-Europameisterschaften in Graz an, will ihre Laufbahn im "Paddel-Boot" deshalb aber keineswegs ad acta legen.
Der Radsport ist für Profanter nichts Unbekanntes, in ihrem Trainingsprogramm war er schon immer inkludiert. "Bis zu meinen 14. Lebensjahr wollte ich sogar so wie schon mein Vater Radrennen fahren. Aber er hat davon gesundheitliche Probleme bekommen und deswegen wollte er nicht, dass ich mich für diesen Sport entscheide. Also bin ich Paddlerin geworden" erklärt Österreichs "Sportlerin des Jahres" 1995.
Quali-Rennen im Frühjahr
Nun sucht die Grazerin in einer ihrer letzten Saisonen eine neue Herausforderung, die Titelkämpfe vom 16. bis 24. August in ihrer Heimatstadt kommen ihr da gelegen. Profanter will im Cross Country starten, einige Rennen hat sie heuer schon absolviert. "Mit den Frauen hab' ich da gut mithalten können und war auch nicht so weit hinter den Männern. Im Frühjahr muss ich jetzt halt noch Qualifikationsrennen bestreiten", sagt die 34-Jährige.
Noch ein Auge auf Olympia
Schafft Profanter die für einen EM-Start nötigen Ergebnisse, steht ihr ein heißer Sommer bevor. Denn die Europameisterschaften in Karlsbad (31. Mai-2. Juni) und die Militär-WM im August in Süditalien sind für die nach Olympia wieder in Wildwasser umgestiegene Steirerin die Saison-Höhepunkte im Kanu-Kalender. Für danach behält sie sich einen Start bei der Flachwasser-WM im September in Gainesville vor. Denn Profanter hat ihre Olympia-Karriere noch nicht definitiv abgeschlossen, spekuliert mit einem Start in Athen 2004.
Vom Wild- über Flachwasser zum Cross Country
Über die WM kann man sich für die Spiele qualifizieren. "Ich werde das Ende August entscheiden. Die kurzfristige Umstellung vom Wild- auf Flachwasser ist kein Problem, da hab' ich genug Erfahrung", meint die dreifache Regatta-Weltmeisterin. Da im Mountainbike Cross Country olympisch ist, wäre ja theoretisch sogar ein doppelter Olympia-Start möglich. "Aber bei Olympia geht im Mountainbike die Post schon anders ab", schließt Profanter ein derartiges Doppel aus.
Ausbildung zur Behinderten-Betreuerin
Ein wenig abseits des Sports hat die HSZ-Athletin über das Bundesheer eine bis März angesetzte Ausbildung zur Behinderten-Betreuerin gestartet. "Ich kann Behinderte danach bei der Sportausübung oder nur so betreuen", erzählt die gelernte Buchbinderin.
