Marach steht in Paris vor seiner größten Aufgabe
- 21-jähriger Steirer selbst von Qualifikation überrascht
- In der ersten Runde wartet Brasilianer Flavio Saretta
Eine Erstrunden-Niederlage in der Qualifikation eines kleinen Turniers kann manchmal Türen öffnen. Im Falle des Oliver Marach ist es eigentlich ein großes Tor. Der 21-jährige Steirer, der in der Ausscheidung für den Raiffeisen-Grand-Prix gleich in Runde eins gescheitert war, reiste sofort nach Paris und schaffte mit drei Siegen erstmals die Qualifikation für den Hauptbewerb eines Grand-Slam-Turniers. Und nun kommt es kurioserweise am Dienstag beim größten Sandplatz-Event der Welt in der ersten Runde neuerlich zum Duell von St. Pölten: Marach trifft auf den Brasilianer Flavio Saretta, den späteren Halbfinalisten in Niederösterreich.
Für Marach kam die Qualifikation bei den French Open selbst überraschend. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich qualifizieren werde, weil ich in den vergangenen Monaten nicht so gut gespielt habe", meinte der Steirer, der aus der Niederlage gegen den Südamerikaner vor etwas mehr als einer Woche gelernt haben will. "Ich habe auch da Chancen gehabt. Es wird sicherlich ein interessantes Match werden, denn ich spiele hier sicher viel besser als in St. Pölten."
Doch mit dem Platz im Feld der 128 Akteure hat er sich schon einen großen Wunsch erfüllt. "Ja, das war ein Traum von mir. Ich spiel das erste Mal heuer hier und hab mich gleich qualifiziert. Das harte Training macht sich bezahlt, ich habe zuletzt sieben Stunden pro Tag geübt." Und das mit einem neuen Coach, denn die Zusammenarbeit mit Ex-Daviscupper Gilbert Schaller hat er beendet. Der neue Mann heißt Markus Rackl, ist Deutscher und Marach hat sein Übungslager nach München verlegt. "Mit dem neuen Trainer läufts derzeit sehr gut", freut sich Marach, der mit Schaller nach wie vor einen guten Kontakt hat. Schaller arbeitet aber mit mehreren Spielern und Marach fühlt sich "nicht so als Gruppentier".
An der Spielweise des Blondschopfs wurde schon ein wenig gefeilt, Oliver arbeitete verstärkt an Aufschlag und Return. Selbstvertrauen hat er sich auch beim Training mit Australian-Open-Sieger Thomas Johansson (SWE) oder Max Mirnyi (BLR) in München geholt, da habe er "super mitgehalten". Gegen Saretta rechnet er sich auch ganz gute Chancen aus, auch weil er hier schon drei Matches in den Beinen hat.
Die Qualifikation für das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres hat dem Youngster auch im Kollegenkreis Respekt eingebracht. Selbst ÖTV-Herrensport-Direktor Günter Bresnik sah dies mit Zufriedenheit. "Vor allem der Quali-Sieg über den Deutschen Björn Phau hat mich überrascht, das hat mich sehr gefreut", meinte der Daviscup-Kapitän.
