Mittwoch, 29. Mai 2002

Black Box des vor Taiwan abgestürzten Junbos geortet

  • Ermittlungen: Kontakte mit Volksrepublik China
  • Bergung der Leichen kommt nur schleppend voran

Bergungsmannschaften haben die Lage des Flugdatenschreibers und Cockpit-Stimmenrekorders des abgestürzten taiwanesischen Jumbo-Jets ausfindig gemacht. Transportminister Lin Ling-san berichtete in Taipeh, Signale der Geräte seien empfangen und auch ein 40 Meter großes Wrackteil in der Nähe entdeckt worden.

Die Geräte sollen Aufschluss darüber geben, warum die Boeing 747-200 der taiwanesischen Fluggesellschaft China Airlines am Samstag mit 225 Menschen an Bord in der Luft in vier Teile auseinander gebrochen ist.

Die Ermittler haben China und die USA um Fotos sowohl ziviler als auch militärischer Satelliten gebeten, die möglicherweise den Absturz aufgezeichnet haben. "Flugsicherheit kennt keine Grenzen", sagte der Leiter der Flugsicherheitsbehörde, Kay Yong. Er hat die Stiftung für den Austausch über die Taiwanstraße (SEF) gebeten, die chinesische Vereinigung für die Beziehungen zu Taiwan (ARATS) anzusprechen. Da beide Seiten keine offiziellen Beziehungen pflegen, kümmern sich die beiden halbamtlichen Organisationen um die Kontakte.

Yong meinte, es wäre unwahrscheinlich, dass die USA das Unglück fotografiert hätten, aber chinesische Satelliten könnten es durchaus getan haben. Unterdessen kam die Bergung der Leichen und Wrackteile in dem Seegebiet westlich von Taiwan nur langsam voran. Bis Mittwoch Abend waren erst 92 Leichen geborgen worden. Bei der Suche nach dem Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder waren bereits am Wochenende zwei Mal Signale empfangen worden, die sich jeweils als falsch erwiesen haben, doch schienen die Ermittler diesmal sicher, auch fündig zu werden.

29.5.2002 13:37