Gebeine am Hinrichtungsort der Zarenfamilie entdeckt
- Skelettreste von zwei verschollenen Kindern von Nikolaus II.?

Mehr als 80 Jahre nach der Ermordung der russischen Zarenfamilie in Jekaterinburg im Ural haben Bauarbeiter am Hinrichtungsort Gebeine gefunden. Nach Vermutungen regionaler Medien könnte es sich um die als verschollen geltenden Überreste der Zaren-Kinder Alexej und Maria handeln. "Die Polizei hat die beiden Schädel zu einer Untersuchung mitgenommen", berichtete der Fernsehjournalist Wadim Fridman am Montag in Jekaterinburg. Eine offizielle Stellungnahme der Behörden zum Fund aus der Vorwoche lag zunächst nicht vor.
Die Knochen fanden Arbeiter beim Bau einer Kirche an der Stelle des berüchtigten Ipatjew-Hauses. Nach der Oktoberrevolution hatten Soldaten dort am 17. Juli 1918 auf Befehl der bolschewistischen Führung das in den Ural verschleppte Kaiserpaar Nikolaus II. und Alexandra mit den Kindern und Bediensteten erschossen.
Ein Geologe hatte angeblich 1979 die Gebeine der Eltern sowie der Töchter Tatjana, Olga und Anastasia bei Jekaterinburg entdeckt. Von den beiden anderen Kinderleichen fehlte damals jede Spur. Auf Betreiben des damaligen Präsidenten Boris Jelzin wurden die Überreste der Zarenfamilie im Juli 1998 in St. Petersburg feierlich beigesetzt. Später sprach die orthodoxe Kirche Nikolaus II. heilig. Der russische Patriarch Alexi II. hat bis heute aber Zweifel daran, dass es sich bei den bestatteten Gebeinen tatsächlich um die Überreste der letzten Zarenfamilie der Romanow-Dynastie handelt.
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