Tödlicher Tauchunfall im steirischen Erlaufsee: 2 Tote
- Tauchlehrerein starb vermutlich nach Notaufstieg

Ein Tauchunglück hat am 1. Juni am steirischen Erlaufsee bei Mariazell im Bezirk Bruck/Mur zwei Todesopfer gefordert. Tauchkameraden hatten die an der Wasseroberfläche treibende Frau gesichtet, ans Ufer geholt und sofort Wiederbelebungsversuche eingeleitet, die aber erfolglos blieben. Wenig später wurde der zweite vermisste Taucher aus einer Tiefe von 25 Metern tot geborgen. Das Gerät der Verunglückten wurde Experten zur Untersuchung übergeben.
Der Erlaufsee ist am Wochenende ein beliebtes Ziel von Tauchern aus Niederösterreich, Wien und der Steiermark. Er ist rund 35 Meter tief und nur im südwestlichen Teil für Taucher zugänglich.
Taucher sahen treibende Leiche
Das Unglück dürfte sich Samstag am frühen Vormittag ereignet haben. Rund 20 Taucher hielten sich zu der Zeit am Erlaufsee bei der Einstiegsstelle am Steg des südwestlichen Ufers auf. Die beiden später Verunglückten waren alleine in nordöstliche Richtung getaucht, in Richtung einer Unterwassersteilwand. Die anderen Taucher bemerkten gegen 9.40 die an der Wasseroberfläche treibende, rund zehn Meter vom Ufer entfernte Frau, die noch einen Notaufstieg versucht haben dürfte. Bei der Bergung stellte sich heraus, dass ihre Pressluftflasche leer war.
Hobbytaucher leisteten Erste Hilfe
Die Rettungsaktion wurde von den Hobbytauchern selbst durchgeführt, "und zwar hervorragend und in vorbildlicher Weise, ebenso wie die Reanimationsversuche", erklärte so der Rettungseinsatzleiter. Als der Notarztwagen nach der Alarmierung mit dem Notfallarzt an der Unglücksstelle eintraf, seien die Wiederbelebungsversuche schon im vollem Gange gewesen.
Unglücksursache ungeklärt
"Wir können uns vorläufig nur vorstellen, was sich da unten für eine Tragödie abgespielt hat", so ein Gendarm. Der so genannte "Schleppzeiger" des Tiefenmessers zeigte an, dass sich die Frau in eine Tiefe bis 24 Meter vorgewagt hatte. Der Tiefenmesser ihres Tauchpartners zeigte 25,1 Meter an. Beim Roten Kreuz nimmt man an, dass die Tauchlehrerin ihrem Partner nach Problemen helfen wollte und ihr dabei ebenso wie ihm die Atemluft ausging. Beide Pressluftflaschen waren laut Exekutive "absolut leer". Dem Tauchcomputer des Mannes zu Folge war dieser 92 Minuten unter Wasser.
Die Erhebungen gestalteten sich schwierig, da die Frau mit dem Pkw aus Traisen und der Mann mit dem Motorrad aus Altlengbach angereist waren. Vor dem Tauchgang hatte der 54-jährige Mann noch einen Flug mit dem Gleitschirm absolviert, was nach Expertenmeinung wegen der hohen Druckunterschiede nicht anzuraten ist. Die Frau war laut einem Gendarmen "am See und bei der Tauchschule als erfahrene Taucherin bekannt".
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