Freitag, 31. Mai 2002

Drama in Oberösterreich: Zuchtstier tötete Bauer

  • Bulle schleifte den Mann 200 Meter weit über die Wiese
  • Bulle wollte vermutlich Terretorium verteidigen

Tödlich verletzt wurde ein Bauer von seinem Stier. Er sah auf der Weide nach seinem Vieh, dabei dürfte der Zuchtstier auf den Mann los gegangen sein. Er wurde über 200 Meter über die Wiese gezerrt. Der Bauer starb an seinen schweren Verletzungen. Als die Exekutive eintraf, hatte sich der Stier noch immer nicht beruhigt - ein Nachbar musste mit Tracktor helfen.

Der Bauer war am Donnerstag gegen 21.00 Uhr nochmals auf die Weide gegangen. Als er nicht zurück kam, verständige seine Frau die Gendarmerie. Bei Ankunft der Beamten auf der Weide gebärdete sich der Stier noch immer wie wild. Nur durch die Hilfe eines Nachbarn, der einen Traktor zur Verfügung stellte, konnten die Gendarmen die Weide betreten. Mit Hund und Wärmebildkamera ausgerüstet starteten sie die Suche.

Erst spät in der Nacht fand man einen Schuh und gegen 0.30 Uhr - 50 Meter weiter - die Leiche des Bauern in einem Gestrüpp. Der Stier hatte dem Mann schwere Verletzungen zugefügt, die zu dessen Tod führten. Unklar ist noch, ob der Bauer vom Stier so weit mitgezerrt wurde oder ob er davonlief, dabei einen Schuh verlor und erst dann vom Stier auf die Hörner genommen wurde. Bei seinem Auffinden war der Bauer bereits mehrere Stunden tot.

Bulle wollte vermutlich Terretorium verteidigen
Der Stier verbringt jede Nacht gemeinsam mit sechs Kühen draußen auf der Weide - etwas unterhalb des Hofs. Normalerweise ließ sich das Tier sogar vom Bauern streicheln, berichtete ein Gendarm. Seit einigen Tagen habe sich der Bulle aber "wild benommen". Die Gendarmerie vermutet, dass der Zuchtstier sein Territorium "verteidigen" wollte und darum den Bauern attackierte. Das Schicksal des Stiers war am Freitag noch ungewiss.

31.5.2002 09:54