Tomandl für weitere Pensionsreform in zwei Jahren
- Es ist mit einem Anstieg des Pensionsaufwandes zu rechnen
Für eine weitere Pensionsreform "sehr rasch am Beginn der nächsten Legislaturperiode" hat sich am Dienstag der Vorsitzende der Kommission zur langfristigen Pensionssicherung, Theodor Tomandl, ausgesprochen. Die Kommission hat einen Bericht mit mehreren Szenarien über die Entwicklung bis zum Jahr 2050 vorgelegt. Allen Szenarien zufolge ist mit einem Anstieg des Pensionsaufwandes zu rechnen, wenn nichts geschieht.
Tomandl sprach sich deshalb in einer Pressekonferenz für eine "drastische" Erhöhung der Erwerbszeit und damit für eine Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters aus.
Tomandl gestand zu, dass jetzt "nicht gerade der politisch günstigste Zeitpunkt" für eine Pensionsreform sei. Die Politik habe sich festgelegt, dass in dieser Legislaturperiode keine Reform mehr komme. In zwei Jahren müssten dann aber entsprechende Schritte gesetzt werden, fordert Tomandl. Die Pensionsreformkommission werde dann auch Vorschläge machen.
Auf Grund der Annahmen über die Bevölkerungsentwicklung und der Erwerbsbeteiligungen sei klar, wenn man keine Eingriffe in das System machen wolle, dann müsse "die Teilnahme am Erwerbsleben" vergrößert werden. "Die Menschen müssen länger im Arbeitsleben bleiben."
Die "Unkenrufe" von der Unfinanzierbarkeit des Systems hält Tomandl für unberechtigt. Es sei "ausgeschlossen, dass das System zusammen bricht". Gleichzeitig zeigte er sich aber davon überzeugt, dass immer wieder Reformen notwendig seien.
Wie die Vorschläge der Pensionsreformkommission in zwei Jahren aussehen werden, wollte Tomandl zwar noch nicht sagen. Es würden aber sowohl mehr Einnahmen für das System als auch Einsparungen bei den Ausgaben notwendig sein. Um das Ziel eines höheren faktischen Pensionsantrittsalters zu erreichen, sei auch das gesetzliche Pensionsalter ein Aspekt. Eine andere Möglichkeit wären höhere, versicherungsmathematische Abschläge für Frühpensionisten. Die Pensionsreformkommission werde dann wahrscheinlich verschiedene Möglichkeiten vorschlagen, blickte ihr Vorsitzender in die Zukunft.
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