Vorarlberger Lehrer demonstrieren zu Fronleichnam in Wien
- "Demonstrationszug" fährt um 5.00 früh in Bregenz ab

Einen ungewöhnlichen Tag für eine Demonstration am Minoritenplatz in Wien hat sich die vor allem in Vorarlberg stark organisierte Unabhängige Bildungsgewerkschaft (UBG) ausgesucht. Am Fronleichnams-Tag (30. Mai) soll vor den verschlossenen Toren des Bildungsministeriums bzw. des Ministeriums für Öffentliche Leistungen und Sport (BMÖLS) eine Kundgebung gegen "neoliberale Sparpolitik" und für Lehrer-Gehaltserhöhung veranstaltet werden.
Bereits um 5.00 Uhr früh startet ein Sonderzug von Bregenz zum Wiener Westbahnhof, von wo die Lehrer zum Minoritenplatz ziehen wollen.
Dort soll gegen 14.00 Uhr die Abschlusskundgebung beginnen. Außerdem wollen die Lehrer "Forderungspakete" vor Bildungsministerium, Finanzministerium und dem BMÖLS deponieren. Die UBG rechnet mit rund 500 teilnehmenden Lehrern - der Sonderzug, der die Pädagogen nach Wien bringen soll, ist ausgebucht. Außerdem werden Schüler- und Studentenabordnungen aus Wien erwartet.
Die UBG verlangt eine Erhöhung der Lehrer-Gehälter in den kommenden drei Jahren um je zehn Prozent. Diese Maßnahme sieht sie als Ausgleich für die Gehaltsrunden der vergangenen acht Jahre, die den Pädagogen einen Reallohnverlust gebracht hätten. Außerdem fordert die Bildungsgewerkschaft die Rücknahme des seit dem heurigen Schuljahr geltenden Landeslehrer-Dienstrechts, eine Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25, ein neues Lehrer-Gehaltschema mit deutlich höheren Anfangsgehältern und einem höheren Aktivbezug bei der Lebensverdienstsumme sowie andere besoldungsrechtliche Verbesserungen.
Die im Vorjahr gegründete UBG zählt derzeit rund 1.100 Mitglieder, davon mehr als 800 allein in Vorarlberg und 100 in Wien. Entstanden ist die Bewegung aus Protest gegen die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), die einen Streikantrag der Vorarlberger Pädagogen abgelehnt hat. Am 2. Mai organisierte die UBG einen Lehrerstreik in Vorarlberg, auf Grund dessen mehr als 50 der rund 250 Pflichtschulen des Landes geschlossen blieben. An einer Kundgebung am Marktplatz in Dornbirn nahmen am gleichen Tag mehr als 1.000 Personen teil.
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