Montag, 27. Mai 2002

Regierung beschloss "Anti-Stau-Paket"

  • Lkw-Fahrverbot an vier Freitagen auf Autobahnen
  • Plus: Wann & wo es im Sommer staut

Die Autofahrer-Klubs fürchten einen "Stau-Rekord" für diesen Sommer. Der Grund: Im "Jahr Eins nach dem 11. September" werden viele Urlauber statt Fernreisen zu buchen wieder mit dem Auto Nahziele in Südeuropa ansteuern. Dazu kommen etliche Baustellen auf Österreichs Autobahnen. Die Regierung hat nun ein "Anti-Stau-Paket" beschlossen. Baustellen sollen geschlossen oder beseitigt werden. Und: Lkw-Fahrverbot an vier Freitagen auf Autobahnen!

Im Anti-Stau-Paket enthalten ist u.a., dass 50 Prozent der Baustellen während der Sommermonate geschlossen oder beseitigt werden sollen, wie Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F) mitteilte. Weiters ist vorgesehen, das Lkw-Fahrverbot auf Autobahnen auch am Freitag vor den vier am stärksten betroffenen Wochenenden durchzuführen. Weitere Maßnahmen betreffen spezielle Parkplätze für Fahrgemeinschaften, die Schaffung einer entsprechenden Datenbank in der Asfinag sowie diverse Bauvorhaben.

Unter letzterem Punkt nannte Riess-Passer u.a. die Verbreiterung der Westautobahn zwischen Wien und Salzburg auf durchgehend drei Fahrstreifen. Ebenfalls angeführt wurde der Ausbau der Strecke Guntramsdorf-Wien auf vier Fahrstreifen.

Reiseplanung: Samstage meiden
Um möglichst stau- und stressfrei sein Urlaubsziel zu erreichen, empfehlen die Mitarbeiter der ÖAMTC-Informationszentrale, die An- und Abreise genau zu planen. Vor allem die Samstage zu Schulferienbeginn sollten nach Möglichkeit als Reisetage gemieden werden. Am besten ist man laut ÖAMTC immer noch an einem Sonntag unterwegs. Wichtig ist auch, rechtzeitig Informationen einzuholen.

Blockabfertigung vor dem Tauerntunnel
"Die Tage, an denen es keine Blockabfertigung vor dem Tauerntunnel geben wird, werden wir zählen können", malt ÖAMTC-Experte Willy Matzke ein düsteres Bild. So schlimm wie vor acht oder zehn Jahren, als auf der Tauernautobahn (A 10) die Kolonnen vor dem Tauerntunnel 30 und manchmal sogar 50 Kilometer lang waren, wird es aber nicht werden. Allerdings nur deshalb, weil Baustellen auf der Verbindung Rosenheim-Salzburg und im Bereich Lammertal schon die Kolonnen "vordosiert" Richtung Süden rollen lassen.

Stau-Wochenenden im Sommer ganz normal
An der Kapazitätsgrenze waren zu Pfingsten auch die Transitverbindungen in Tirol. Deutsche und Holländer rollen durch Inntal und über den Brenner nach Italien. Staus auf Autobahn und Bundesstraße vom Brenner bis nach Innsbruck werden im Sommer an den Samstagen wieder "ganz normal" sein. Auf dem "mautfreien Trampelpfad" nach Italien über den Fernpass von Füssen zum Inntal werden sich Touristen auf Kolonnenverkehr, Stauungen und Blockabfertigung vor dem Grenztunnel einstellen müssen.

In Vorarlberg wird der Großraum Bregenz wieder einiges an Stauungen abbekommen. Vor dem umgebauten Pfändertunnel wird es unfreiwillige Stopps geben.

Lange Grenzwartezeiten im Osten
In Ostösterreich sind die Hauptstaupunkte die Grenzen nach Ungarn. Wurden in den vergangenen Jahren in Nickelsdorf, Klingenbach und Heiligenkreuz nur ganz selten Wartezeiten von drei Stunden überschritten, so könnten es heuer wieder "wie in der guten alten Zeit" fünf Stunden und mehr werden.

18. August wird zum Stau-Highligth
Erschwerend kommt hinzu, dass auf der Südosttangente (A23) - der Verbundung von der West- zur Ostautobahn - wieder der "fly-over" stehen wird. Ferragosto in Italien und der Formel 1 Grand Prix in Ungarn am 18. August werden ein besonderes "Stauhighlight" sein. Zusätzlich werden Belagarbeiten auf der Tangente an einigen Wochenenden die Motoren kochen lassen.

Im südlichsten Bundesland, in Kärnten, werden der Karawankentunnel Richtung Slowenien und die Autobahngrenze Arnoldstein Richtung Italien sein. Umfangreiche Verzögerungen wird es in diesem Sommer auch im Bereich des Knotens Villach geben.

27.5.2002 12:48