Samstag, 25. Mai 2002

Eklat bei Filmpremiere von "Irreversible" in Cannes

  • Zuschauer brauchten nach Gewaltszenen Sauerstoff
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Die Premiere des Kinostreifens "Irreversible" beim Filmfestival in Cannes hat Freitag Nacht zu einem Eklat geführt. Mehr als 20 Zuschauer, unter ihnen vorwiegend Frauen, mussten Augenzeugenberichten zufolge wegen Unwohlseins medizinisch behandelt werden. Einige von ihnen wurden mit Sauerstoff beatmet. Die Filmszenen seien nicht auszuhalten, sagte ein Einsatzleiter der Rettungskräfte. Offenbar von den Gewaltdarstellungen abgeschreckt verließen mehr 200 der insgesamt 2400 Premierenzuschauer bereits während der Vorführung den Saal.

Enttäuschte Cineasten bezeichneten den Film des franco-argentinischen Regisseurs Gaspard Noe im Anschluss als "erbärmlich". Noe hatte die Vergewaltigung einer Frau, dargestellt von Monica Bellucci, und die Rachegelüste ihres Freundes in Szene gesetzt.

Rund 40.000 Gäste, dutzende internationale Stars, 48 Weltpremieren - Cannes an der Côte d'Azur ist seit Mittwoch wieder der Nabel der Kinowelt. Insgesamt werden 55 Filme gezeigt, 22 sind in der Auswahl für die begehrte Goldene Palme. Hoher Favorit bisher: Der Film "Mann ohne Vergangenheit" des finnischen Kultregisseurs Aki Kaurismäki...

Am Sonntag ist es soweit: Dann soll feststehen, wer die begehrte "Goldene Palme" in Beschlag nehmen darf. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury unter der Leitung des US-Regisseurs David Lynch. Das Regie-As wurde zum Ritter der französischen Ehrenlegion geschlagen.

25.5.2002 07:47