Dienstag, 21. Mai 2002

Luftschiffbauer CargoLifter kämpft gegen Insolvenz

  • Gespräche über Kündigungen

Der Luftschiffbauer CargoLifter kämpft nach der Aufgabe der Pläne für ein neues Riesen-Luftschiff weiterhin gegen die drohende Insolvenz. "Die Lage ist immer noch sehr angespannt", sagte eine Firmensprecherin am Dienstag in Berlin. Offen ist, ob die knapp 500 Beschäftigten Ende des Monats ihr Gehalt pünktlich bekommen. CargoLifter hofft insbesondere auf Hilfe von der brandenburgischen Landesregierung. Unterdessen begannen mit der Belegschaft Gespräche über Kündigungen.

Wegen seiner Finanzprobleme hatte sich CargoLifter am Freitag von dem Vorhaben verabschieden müssen, bis 2005 ein riesiges Luftschiff zum Transport von schweren Lasten zu bauen. Künftig will das Unternehmen nur noch wesentlich kleinere Transport-Ballons entwickeln. Den Finanzbedarf bis Herbst 2003 bezifferte Firmenchef Carl von Gablenz (Bild) auf 70 Mio. Euro. An monatlichen Personalkosten fallen nach seinen Angaben rund 2,5 Mio. Euro an.

Einzelheiten zu möglichen Rettungsmodellen wollte Firmensprecherin Silke Rösser am Dienstag nicht nennen. "Die Gespräche laufen noch", sagte sie. Ebenso wie der Bund hatte allerdings auch Brandenburg in der Woche vor Pfingsten schnelle Hilfen abgelehnt. Allein im brandenburgischen Brand, wo die Werfthalle steht, hat CargoLifter mehr als 300 Beschäftigte. Im Gegenzug für einen Landeszuschuss über mehr als 40 Mío. Euro zum Bau der Halle hatte das Unternehmen für 239 Stellen eine Arbeitsplatzgarantie gegeben.

21.5.2002 12:45