Metaller in Berlin-Brandenburg:4% mehr Lohn
- Pilotabschluss von Baden-Württemberg übernommen
- Streik wird ausgesetzt

Nach Baden-Württemberg haben sich auch die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie von Berlin und Brandenburg auf einen Kompromiss geeinigt. Die Beschäftigten erhalten ab Juni 4 Prozent mehr Lohn.
IG-Metall-Bezirksleiter Hasso Düvel sagte am Samstag in Berlin, der Streik werde ab sofort ausgesetzt. In Sachsen hingegen droht ein Arbeitskampf, falls die Arbeitgeber die Übernahme des Pilotabschlusses ablehnen.
Vertrag von Baden-Würtemberg übernommen
Die IG Metall und der Verband der Metall- und Elektroindustrie (VME) hatten sich nach zwölfstündigen Verhandlungen in der Nacht zum Samstag darauf geeinigt, den Tarifabschluss von Baden-Württemberg in seinen wichtigsten Punkten zu übernehmen. So hat der Vertrag für Berlin-Brandenburg ebenfalls eine 22-monatige Laufzeit. Die Beschäftigten erhalten ab Juni 4 Prozent mehr Lohn, ab Juni nächsten Jahres 3,1 Prozent. Für Mai bekommen sie eine Pauschale von 110 Euro. Düvel sagte, die Pauschale falle um 10 Euro niedriger aus als in Baden-Württemberg, weil der Durchschnittsverdienst in Berlin und Brandenburg geringer sei. Die 110 Euro entsprächen aber 4 Prozent und seien damit angemessen.
Befristete Abweichungen möglich
Auch im Tarifkompromiss von Berlin und Brandenburg ist eine Klausel enthalten, nach der in Betrieben befristete Abweichungen vom Tarifvertrag ausgehandelt werden dürfen, falls die wirtschaftliche Bestandsfähigkeit eines Unternehmens gefährdet ist. VME-Hauptgeschäftsführer Hartmann Kleiner nannte das Volumen des Abschlusses akzeptabel. Es fördere aber nicht den Ausbau der Beschäftigung, schränkte er ein.
Düvel kündigte an, dass die Tarifkommission am Mittwoch über die Annahme des Kompromisses entscheiden werde. Das Ergebnis der Urabstimmung solle am 27. Mai vorliegen. In Baden-Württemberg beginnt am (morgigen) Dienstag die Urabstimmung über den Tarifabschluss. Das Ergebnis soll am Mittwoch bekannt gegeben werden; nötig ist eine Zustimmung von 25 Prozent.
Streit
Der scheidende DGB-Chef Dieter Schulte wies Kritik am Metall-Tarifabschluss in Baden-Württemberg zurück. Besonders die Wirtschaftsvertreter sollten sich "doch gefälligst endlich daran erinnern", dass sie über ihre Vertreter an den Verhandlungen und Beratungen beteiligt gewesen seien, sagte er dem Deutschlandfunk in Köln. Der Abschluss in Baden-Württemberg habe Komponenten, die von beiden Seiten gewollt seien, sagte Schulte.
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