WM-Prämien für Italiens Team drastisch gekürzt
- Vieri & Co. müssen trotzdem keine Existenzängste haben
- Guinness: Eine Million Dollar für einen afrikanischen Weltmeister

Das italienische Fußball-Nationalteam wird auf "Entschlackungskur" gesetzt. Sollte die Mannschaft von Giovanni Trapattoni die Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan gewinnen, müssen sich die Spieler mit Prämien begnügen, die im Vergleich zur WM 1998 in Frankreich um 30 Prozent gekürzt wurden. Dies wurde aus Spargründen vom italienischen Fußballverband beschlossen, der sich mit einem hohen Defizit auseinander setzen muss.
Die 23 italienischen Spieler werden Prämien im Wert von 165.266 Euro Netto pro Kopf kassieren, sollten sie die WM gewinnen. Für den Vizeweltmeistertitel könnten sie mit Prämien im Wert von 103.291 Euro pro Kopf rechnen. Für den dritten und vierten Platz sinkt die Prämie auf 77.468 Euro.
Auch ohne die Prämien der Weltmeisterschaft können sich die italienischen Nationalspieler über ihre Einnahmen nicht beklagen. Wie aus den Steuererklärungen des Jahres 2001 hervorgeht, ist Inter-Stürmer Christian Vieri mit einem Einkommen von 7,93 Millionen Euro der reichste italienische Nationalspieler. Allein kassiert er 14 Prozent der 60 Millionen Euro, die die 23 Nationalspieler im vergangenen Jahr eingesteckt haben, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" am Mittwoch.
Platz zwei auf der Liste der reichsten "Azzurri" besetzt Juventus-Star Alessandro Del Piero, der im vergangenen Jahr ein Einkommen von 7,25 Millionen Euro meldete. Kapitän Paolo Maldini muss sich mit fünf Millionen Euro begnügen.
Guinness setzt eine Million Dollar aus
Erst rollt der Ball, dann der Rubel - und für die besten Russen sogar ein Porsche. Prämien im Spektrum zwischen Bescheidenheit und Größenwahn sollen den Fußball-Profis bei der WM Beine machen, Siege belohnen und den Champions am Ende den Titel mit sechsstelligen Summen versüßen. Guinness schießt den Vogel ab: Eine Million Dollar (1,09 Millionen Euro) hat die weltbekannte Brauerei für jene afrikanische Mannschaft ausgesetzt, die den WM-Pokal erstmals in der WM-Geschichte auf den Mutterkontinent holt.
Eine fürstliche Prämie wirkt unter den 32 Teams vor allem Südkorea. Solch einen (symbolischen) Bonus kann sich der krasse Außenseiter aber auch locker leisten. Sollte der Co-Gastgeber am 30. Juni in Yokohama tatsächlich den Titel erobern, wären für jeden südkoreanischen Kicker 500 Millionen Won fällig - rund 433.000 Euro. Obendrein winkt den asiatischen Profis im Fall des Achtelfinal-Einzuges sogar der Erlass der 26 bis 30 Monate dauernden Wehrpflicht.
Größter "Abcasher" wäre nach dem - äußerst unwahrscheinlichen - Endspiel-Sieg Südkoreas niederländische Trainer Guus Hiddink: Der ehemalige Bondscoach würde für den WM-Titel einen Extra-Bonus von einer Milliarde Won (865.000 Euro) kassieren.
Keine Knete für deutsche Kicker bei Vorrunden-Aus
Neben den satten Erfolgshonoraren der Franzosen (268.000 Euro pro Spieler für die erfolgreiche Titelverteidigung), Brasilien (220.000 Euro), Kroatien (195.000 Euro), Belgien (176.000 Euro für den Finaleinzug) und Italien (170.000 Euro) wirkt die deutsche Prämie eher bescheiden: Jeweils 92.000 Euro gibt's für Kahn & Co. - aber erst, wenn der vierte WM-Titel im Sack ist. Scheitert die Auswahl von Teamchef Rudi Völler bereits in der Vorrunde, gehen die deutschen Fußball-Millionäre sogar leer aus.
Engländer genießen und schweigen
Die US-Boys können gleich um eine halbe Million Dollar (543.000 Euro) reicher werden, sollten sie beim Durchmarsch zum (unwahrscheinlichen) WM-Triumph sämtliche sieben Spiele gewinnen. In England hüllt man sich dagegen in puncto Prämien vornehm in Schweigen. "Wir diskutieren so etwas nicht in der Öffentlichkeit", meinte eine Sprecherin des Verbandes FA. Medienberichten zufolge soll es 320.000 Euro für Beckham und Co. geben.
Vom großen Titelfavoriten Argentinien war bisher überhaupt nichts zu erfahren. Angesichts der Finanzkrise in dem südamerikanischen Land sind solche Rechnungen derzeit unangebracht. Und der spanische Fußball-Verband hat die Prämiensummen noch nicht ausgehandelt, aus Portugal sowie Nigeria sickerten bisher nur spekulative Zahlen durch.
Auf die besten Russen wartet ein Porsche
Auch die Russen mauern. Dabei gibt es für jeden Sieg der "Sbornaja" auf jeden Fall ein glänzendes Geschenk - einen Porsche Boxter im Wert von rund 110.000 Euro. Der beste Kicker jedes Spiels, das Russland bei der WM-Endrunde in Japan und Südkorea (31. Mai bis 30. Juni) gewinnt, darf künftig einen solchen Luxus-Sportwagen sein Eigen nennen. Diese Prämie kommt aber nicht vom Verband, sondern von einer russischen Ölfirma.
1:200-Außenseiter Tunesien spendiert jedem Spieler 50.000 Dollar (rund 54.000 Euro) pro Sieg. Die gleiche Summe steht auf den Schecks der Mexikaner, wenn sie ins Viertelfinale kommen. Uruguay zahlt hingegen jedem Kicker bescheidene 19.000 Euro für die Vorrunde.
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