Samstag, 25. Mai 2002

Indien gegenüber Pakistan versöhnlich

  • Indien zieht Kriegsschiffe ab
  • Musharraf fordert weitere Schritte zur Entspannung

Indien zieht seine im Arabischen Meer vor der Küste Pakistans stationierten Kriegsschiffe ab, wie ein Marinesprecher am Dienstag mitteilte. Dies gilt als weiterer Schritt Indiens, um die Spannungen mit Pakistan im Kaschmirkonflikt und die Gefahr eines Krieges zwischen den Atommächten zu verringern. Zuvor hat Indien seinen Luftraum für pakistanische Linienmaschinen wieder freigegeben. Der pakistanische Militärmachthaber Musharraf fordert weitere Schritte: "Der wahre Schritt ist der Beginn eines Dialogs über den Streit um Kaschmir."

Die Sprecherin des Außenministeriums in Neu-Delhi, Nirupama Rao, sprach am Montag von einem bedeutenden Schritt. Der Fernsehsender Star News berichtete, Indien wolle zum Abbau der Spannungen auch wieder einen Botschafter nach Pakistan schicken.

Indien reagierte damit auf die Zusagen Pakistans an den stellvertretenden US-Außenminister Richard Armitage, dass härter gegen die Extremisten vorgegangen und ihnen nicht das Eindringen nach Kaschmir erlaubt werde. Um eine weitere Entspannung in der Region will sich auch US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bemühen, der in den nächsten Tagen in der Krisenregion erwartet wird.

Die Sanktionen waren nach dem Anschlag auf das indische Parlament im Dezember gegen Pakistan verhängt worden. Indien wirft vor allem dem pakistanischen Geheimdienst vor, die moslemischen Extremisten in Kaschmir zu unterstützen, die dort für die Unabhängigkeit der Region von Indien kämpfen.

Wie die indische Polizei mitteilte, kam es auch in der Nacht zum Montag wieder zu Feuergefechten an der Grenzlinie in Kaschmir. Diese hätten in ihrer Intensität jedoch nachgelassen. Zum ersten Mal seit Wochen sei keine schwere Artillerie mehr eingesetzt worden, berichtete ein Polizeisprecher in Jammu. Am Wochenende waren den Kämpfen in Kaschmir auf beiden Seiten noch mindestens zehn Menschen zum Opfer gefallen.

25.5.2002 08:34