US-Betrüger Weiss wird nun doch ausgeliefert
- EGMR und VfGH verlängerten Auslieferungsstopp nicht
Der amerikanische Millionenbetrüger Shalom Weiss wird jetzt doch an die US-Behörden ausgeliefert. Sowohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßbrug als auch der heimische Verfassungsgerichtshof haben ihre eigenen Auslieferungsstopps nicht verlängert.
Der 48-jährige ehemalige Klomuschel-Fabrikant zählt in den Vereinigten Staaten zu den meist gesuchten Verbrechern: Er ist in Abwesenheit zu 845 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er zu Beginn der neunziger Jahre mit gefälschten Schecks eine Versicherungsgesellschaft gekauft und danach die Konten tausender Pensionisten in Florida geplündert hatte. Gesamtschaden: Umgerechnet 538 Millionen Euro.
Nach dem drakonischen US-Urteil war Shalom Weiss Richtung Europa untergetaucht, worauf ihn das FBI auf die Liste der zehn meist gesuchten Verbrecher setzte. Im Oktober 2000 erwischte man ihn bei seiner Geliebten in Wien. Die Vereinigten Staaten bemühten sich seither um seine Auslieferung, die das Wiener Oberlandesgericht zunächst mit dem Hinweis auf die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) ablehnte: Weiss hätte sich bei seinem Prozess nicht persönlich verantworten können, demnach kein faires Verfahren gehabt.
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