Donnerstag, 23. Mai 2002

Zum Nato-Gipfel in Rom eingetroffen

  • Treffen mit Berlusconi noch am Abend geplant
  • Durchklicken: Proteste begleiten Bush auf seiner Europa-Tour

Zum Abschluss seiner Europareise ist US-Präsident George W. Bush am Montagabend in Rom eingetroffen. Bush wurde gemeinsam mit US-Außenminister Colin Powell und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice am Flughafen Ciampino in der italienischen Hauptstadt von Vertretern des römischen Außenministeriums empfangen. Die US-Delegation wurde anschließend in die Residenz des US-Botschafters in Italien, Mel Sembler, gefahren. Am Abend (20.00 Uhr) wollte Ministerpräsident Silvio Berlusconi den US-Präsidenten empfangen. Dabei wollten Bush und Berlusconi Vorbereitungen für den NATO-Russland-Gipfel am Dienstag in Rom treffen sowie über den Nahost-Friedensprozess reden.

Am Montag George W. Bush war zum Abschluss seines Frankreich-Besuches in die Normandie gereist, um die im Zweiten Weltkrieg gefallenen US-Soldaten zu ehren. In der Normandie hatten am 6. Juni 1944 die Westallierten mit einer großen Landeoperation ihre Offensive gegen die deutsche Wehrmacht begonnen.

Die USA begingen am Montag den Memorial Day, an dem sie der Kriegstoten in ihrer Geschichte gedenken. An diesem Tag dankten die Amerikaner den Frauen und Männern, die sich für ihre Freiheit geopfert hätten, sagte Bush am Vortag. Er wolle auch über die Opfer dieser Tage sprechen. Noch immer müsse gegen jene gekämpft werden, die die Zivilisation hassten, sagte er in Anspielung auf den internationalen Terrorismus.

Bush besuchte zusammen mit seiner Frau Laura den Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer, wo 9.86 US-Soldaten beerdigt sind. Der Friedhof liegt auf einer Klippe, von der aus sich der Blick auf die Omaha-Küste öffnet. Dort hatten die US-Truppen beim Angriff auf die befestigten Stellungen der Wehrmacht die schwersten Verluste dieser Offensive erlitten. Außerdem besuchen sie einen Gedenkgottesdienst in Sainte Marie Eglise. Die Ortschaft war am Morgen des 6. Juni 1944 von US-Fallschirmjägern erobert worden.

1994 hatte Bushs Vorgänger Bill Clinton zum 50. Jahrestag des Beginns der Offensive die Gedenkstätten in der Normandie besucht. Zehn Jahre zuvor war Präsident Ronald Reagan dort.

Frankreich ist die vorletzte Station von Bushs Europa-Reise, die ihn zuvor nach Deutschland und Russland geführt hatte. Am Montag sind Gespräche mit der italienischen Regierung geplant. Am Dienstag nimmt Bush am Gipfel-Treffen der NATO und Russlands bei Rom teil. Auch eine Begegnung mit Papst Johannes Paul II. ist vorgesehen.

23.5.2002 22:19