Donnerstag, 23. Mai 2002

Spanien: Autobombe in Pamplona - 2 Verletzte

  • Anonymer Anrufer warnte Behörden im Namen der ETA

In der nordspanischen Stadt Pamplona ist Donnerstag Abend eine Autobombe explodiert. Das Fahrzeug mit der Bombe war hinter einem Gebäude der Universität von Navarra abgestellt. Ein Anrufer habe die Behörden eine halbe Stunde vor der Explosion gewarnt. Nach jüngsten Berichten wurden zwei Personen leicht verletzt.

Bei der Explosion einer Autobombe sind am Donnerstagabend in der nordspanischen Stadt Pamplona mindestens zwei Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Behörden war das Fahrzeug mit der Bombe auf einem Parkplatz hinter dem Verwaltungsgebäude der Universität von Navarro abgestellt worden. Für den Anschlag wird die baskische Separatistenorganisation ETA verantwortlich gemacht.

Die 20-Kilogramm-Bombe detonierte kurz nach 21.00 Uhr. Ein Anrufer hatte etwa eine halbe Stunde zuvor bei einer Zeitung im Namen der ETA vor der Explosion gewarnt. Der Polizei gelang es deshalb, die Gegend rechtzeitig abzusperren. Einige Universitätsgebäude wurden durch die Wucht der Detonation beschädigt.

Nach Angaben der Behörden hätte das Attentat ein Blutbad anrichten können. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich noch viele Studenten auf dem Campus, weil derzeit Prüfungen stattfinden, wie es weiter hieß.

Der spanische Innenminister Mariano Rajoy sprach von einer terroristischen Tat, die zivilisierten Menschen unwürdig sei. Der Anschlag zeige, dass es notwendig sei, politische Parteien zu verbieten, die den Terrorismus unterstützten. Wenige Stunden vor der Explosion hatte das Parlament einen Gesetzesentwurf gebilligt, mit dem die Regierung baskische Parteien verbieten will, die sich weigern, die Gewalt der ETA zu verurteilen.

Die ETA kämpft seit Ende der 60er Jahre für ein unabhängiges Baskenland. Ihrem Kampf fielen seither über 800 Menschen zum Opfer.

23.5.2002 22:11