Donnerstag, 23. Mai 2002

Britische Soldaten in Feuergefecht verwickelt

  • US-Soldaten beschießen erneut Hochzeit: vier Verletzte
  • Flüchtlingsrückführung macht Fortschritte

Britische Elitesoldaten sind in den Bergen Südostafghanistans am Donnerstag in einen Schußwechsel verwickelt worden. Die Soldaten wurden auf einem Außenposten von drei Männern aus einem Auto heraus unter Feuer genommen. Die Briten hätten zurück geschossen und zwei Männer getroffen.

Unmittelbar danach sei ein anderer Wagen dazugekommen, und habe die getroffenen Männer mitgenommen. Ob die beiden Männer tödlich getroffen worden seien, wisse man nicht. Weiters sei unklar, ob die Angreifer El Kaida-Terroristen gewesen seien. Die Briten blieben den Angaben zufolge unverletzt.

US-Soldaten beschießen erneut Hochzeitsgesellschaft
US-Soldaten in Afghanistan haben ebenfalls am Donnerstag versehentlich eine Hochzeitsgesellschaft beschossen und dabei vier Menschen verletzt. Der Vorfall ereignete sich der Nachrichtenagentur AIP zufolge in der östlichen Provinz Khost. In einem Konvoi mit rund 50 Autos seien die Hochzeitsgäste am frühen Morgen aus der pakistanischen Grenzstadt Miranshah in die Region gefahren. Offenbar aus Freude über das Ereignis schossen Jugendliche dabei in die Luft. Die US-Soldaten hätten die Schüsse für feindliches Feuer gehalten und erwidert, sagte der Sprecher des Gouverneurs von Khost. Er bezeichnete den Vorfall als "Missverständnis". Bereits Mitte Mai waren zehn Menschen getötet worden, als ein US-Bomber in der selben Region eine Dorfhochzeit beschossen hatte.

Flüchtlingsrückführung macht Fortschritte
Unterdessen machte die Rückführung afghanischer Flüchtlinge Fortschritte. Am Donnerstag verließ ein Konvoi mit über 4.000 Afghanen die pakistanische Hafenstadt Karachi. Der Konvoi ist Teil eines von der UNO geförderten Programms zur Rückführung von Flüchtlingen. Einer der der Kommandanten der afghanischen Nordallianz, General Abdul Rashid Dostum, ließ am Donnerstag 512 Gefangene aus einem überfüllten Gefängnis in Shibergan frei.

Die meisten der Freigelassenen sind Paschtunen aus dem Süden Afghanistans. Dostum selbst gehört der Volksgruppe der Usbeken an und ist auch stellvertretender Verteidigungsminister in der afghanischen Übergangsregierung.

23.5.2002 21:49