Israelische Botschaft in Paris völlig niedergebrannt
- Zunächst "keine Hinweise" auf Anschlag

Die israelische Botschaft in Paris ist in der Nacht auf Donnerstag durch einen Großbrand vollständig zerstört worden. Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge wurde das Feuer in dem Gebäude nahe den Champs-Elysees durch einen Unfall ausgelöst. Für einen Anschlag gebe es zunächst "keine Anhaltspunkte", sagte Polizeipräfekt Jean-Paul Proust.
Der israelische Botschafter Elie Barnavi sagte, womöglich sei das Feuer durch einen Kurzschluss ausgelöst worden. Zum Zeitpunkt des Brandes hielten sich in der Botschaft offenbar keine Menschen auf. Acht Feuerwehrleute wurden bei dem stundenlangen Löscheinsatz verletzt.
Das Feuer brach gut zwei Stunden nach Mitternacht aus und konnte am frühen Morgen unter Kontrolle gebracht werden. Der Brandherd lag ersten Angaben zufolge im unteren Teil des fünfstöckigen Gebäudes an der Rue Rabelais im achten Pariser Arrondissement. Ein Wachmann habe das Feuer in einem Botschaftsbüro ausbrechen sehen, sagte ein Feuerwehrsprecher. In der Botschaft waren seit Wochen Renovierungsarbeiten ausgeführt worden. Die Polizei erklärte, möglicherweise hänge der Ausbruch des Feuers mit diesen Arbeiten zusammen.
"Das ist ein harter Schlag für uns", sagte Botschafter Barnavi. "Alles im Innern ist verbrannt. Die Archive, die Dokumente und die Computer sind zerstört. Unser Gedächtnis ist in Rauch aufgegangen." Das Feuer habe sich mit unglaublicher Geschwindigkeit ausgebreitet. Rund 150 Feuerwehrleute und 35 Löschwagen waren im Einsatz, um den Großbrand unter Kontrolle zu bringen. Acht Feuerwehrleute wurden verletzt, drei von ihnen durch den Einsturz von Decken. Eine enorme Hitze wurde freigesetzt, die sogar Gemäuer platzen ließ.
Am Morgen war der Brand weitgehend gelöscht, das Botschaftsgebäude vollständig ausgebrannt. Von den rund hundert Botschaftsmitarbeitern befand sich zum Zeitpunkt des Brandes offenbar niemand in dem Gebäude. Rund 60 Menschen in einem Nachbargebäude wurden in Sicherheit gebracht.
Der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin, der mit Innenminister Nicolas Sarkozy kurz nach Ausbruch des Brandes an den Unglücksort eilte, sprach dem israelischen Volk seine Anteilnahme aus. "Alles, was Israel betrifft, ist in diesen Zeiten schwerwiegend. Daher fühlen wir uns besonders solidarisch", sagte Raffarin. Präsident Jacques Chirac telefonierte mit Barnavi und sagte eine genaue Aufklärung der Ursachen des Brandes zu.
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