Dienstag, 21. Mai 2002

US-Bericht: 2001 war tödlichstes Terror-Jahr

  • Bericht warnt vor nuklearer, chemischer und biologischer Gefahr

Die Anschläge vom 11. September haben das Jahr 2001 zum "tödlichsten Terror-Jahr" der Geschichte gemacht. Zwar ging international die Zahl der Attacken im Vergleich zum Vorjahr zurück, aber die Zahl der Opfer stieg von 409 auf 3547, wie es im jüngsten Terrorismus-Bericht des US-Außenministeriums heißt. 90 Prozent der Todesopfer gehen auf das Konto der El-Kaida-Flugzeugentführer vom 11. September.

Nach Angaben des am Dienstag in Washington veröffentlichten Jahresreports kam es im vergangenen Jahr international zu 346 Terroranschlägen, während es 2000 noch 426 waren. Über die Hälfte aller Attacken galten einer Ölpipeline in Kolumbien.

Neue, nukleare und chemischer Gefahren drohen
Gewarnt wird in dem Bericht vor der Gefahr neuartiger Angriffe mit chemischen, biologischen oder nuklearen Waffen. Das beschränke sich nicht auf die Terrororganisation El Kaida. Als Beispiel wird auf die militante Palästinenserorganisation Hamas verwiesen, die mit Giften umhülltes Schrapnell für Sprengsätze verwende.

Terrorstaaten-Liste blieb unverändert
Unverändert ließ das Außenministerium seine Liste von Staaten, die nach US-Auffassung den Terrorismus unterstützen: Der Iran, Syrien, Libyen, der Irak, Sudan, Kuba und Nordkorea. Die Nennung in der Liste ist mit ökonomischen Sanktionen durch die US-Regierung verbunden. Zum Sudan und zu Libyen wurde zugleich vorsichtig positiv angemerkt, diese Länder schienen im Vergleich zu den anderen "der Erkenntnis am nächsten zu sein, was sie tun müssen, um aus dem Terrorismus-Geschäft auszusteigen". Beide Staaten hätten Maßnahmen ergriffen, die in die richtige Richtung wiesen.

Dem Iran, Syrien und Nordkorea wird bescheinigt, "eng begrenzte" Schritte zur Hilfe im internationalen Anti-Terrorkampf unternommen zu haben. Das Ministerium schränkt dann aber ein, dass der Iran und Syrien zugleich weiterhin auch Hamas und die von Libanon aus gegen Israel kämpfenden schiitischen Hisbollah-Milizen unterstützten und Nordkorea seine hilfreichen Aktionen abrupt gestoppt habe.

Iran aktivster Terror-Unterstützer
Der Iran wird als als aktivster Unterstützer des Terrorismus bezeichnet. Hardliner in Teheran machten Bemühungen gemäßigterer Kräfte in Richtung eines Kurswechsel zunichte. Mitgliedern der Hisbollah und Hamas sowie anderer terroristischer Gruppen würden Unterschlupf, Geldmittel und Waffen gewährt. Es gebe auch Berichte, denen zufolge der Iran El-Kaida-Mitgliedern bei der Flucht aus Afghanistan als "Transitland" zur Verfügung stehe.

In dem Bericht wird aber auch darauf hingewiesen, dass es keine Beweise für eine Verbindung zwischen dem Iran und den Anschlägen vom 11. September gebe. Teheran habe zudem seinerzeit in Bonn diplomatische Bemühungen zur Bildung einer Übergangsregierung in Afghanistan unterstützt.

Auch der Irak wird beschuldigt, mehrere terroristische Bewegungen zu unterstützen. Es wird hervorgehoben, dass der Irak als einziges moslemisches Land die Anschläge vom 11. September nicht verurteilt habe.

21.5.2002 21:45