"Geheime" Katastrophenübung in Oberösterreich
- "Gasexplosion" in Wohnhaus - An die 50 "Opfer"

Eine vorher so gut wie nicht angekündigte Katastrophenübung hat Samstag früh am Bundesheer-Truppenübungsplatz in Treffling bei Linz in Oberösterreich stattgefunden. Damit sollte getestet werden, wie gut die Alarmierung und Hilfeleistung funktioniert. Angenommen wurde eine Gasexplosion mit mehreren Toten und Verletzten. An die 250 Personen von mehreren Einsatzkräften nahmen an der Übung teil. Die Übung habe wichtige Erkenntnisse gebracht, wurde mitgeteilt.
Vor allem, dass die Kommunikation zwischen den Einsatzorganisationen am Unglücksort verbessert werden sollte. Für die von der Oberösterreichischen Ferngas AG organisierten Übung wurde eine Gasexplosion in einem Wohnhaus mit mehreren Toten und Verletzten angenommen. Soldaten des Bundesheeres stellten mit einem Knallkörper die Explosion dar. Vom Roten Kreuz geschminkte Soldaten spielten die "Opfer".
Die geheime Vorbereitung sollte die Übung möglichst realitätsnahe machen. Damit wollten die Organisatoren erreichen, dass nicht mehr Helfer eingesetzt werden, als auch "in Wirklichkeit" zur Verfügung stehen und auch die "echte" Zeit zwischen Alarmierung und Eintreffen am Einsatzort konnte damit festgestellt werden.
Für die Einsatzorganisationen wurde kurz nach 7.00 Uhr Großalarm gegeben. Rund 250 Helfer von Freiwilligen Feuerwehren, Rotem Kreuz, Gendarmerie, der Bürgermeister und Beamte der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung rückten wenig später an und begannen mit den Hilfsmaßnahmen. Auch Suchhunde zum Aufspüren von Verschütteten wurden eingesetzt.
Allgemeine Krankenhaus in Linz übte mit
Das Allgemeine Krankenhaus Linz übte mit, indem es neben dem laufenden Betrieb auch noch die vielen "Verletzten" der Übung aufnahm. Die Oberösterreichische Ferngas AG überprüfte mit der Übung ihre Vorkehrungen für einen Unglücksfall. Sie richtete einen Krisenstab ein und betrieb eine Hotline für Angehörige der Hausbewohner.
Der Organisator der Übung, der aus der Schweiz stammende Sicherheitsexperte Bruno Hersche war mit dem Ergebnis hochzufrieden. Die Alarmierungszeiten waren trotz der fehlenden Ankündigung der Übung ziemlich kurz. Die angerückten Einsatzorganisationen hatten die "Katastrophe" bald im Griff.
Hersche kritisierte jedoch, dass die Kommunikation zwischen den Hilfsorganisationen am Unglücksort nicht ausreichend funktionierte und schlug spontan vor, dass die jeweiligen Leiter sich möglichst immer an einem gemeinsamen Ort aufhalten sollten, damit sie die Zusammenarbeit besser absprechen können. Die übrigen bei der Übung gemachten Beobachtungen sollen in den nächsten Wochen ausgewertet werden. Die Verantwortlichen erwarten sich daraus noch zahlreiche weitere Erkenntnisse für die bessere Vorbereitung auf den Ernstfall.
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