Freitag, 24. Mai 2002

Waffen-Wahn: Schüler kam bewaffnet zum Unterricht!

  • Schüsse in Kärnten und in der Steiermark
  • 16-Jähriger erschoss sich bei Wien mit Waffe seines Vaters

Horror-Nachricht aus Wiener Neustadt (NÖ): Ein Teenager kam bewaffnet zum Unterricht. Mit Kampfmesser und Munition für ein Sturmgewehr! Irrsinn: Heute wurden bereits zwei neue Zwischenfälle mit Schusswaffen bekannt. In Kärnten ballerten Teenager mit einer Softgun herum. Ein Bub (6) wurde getroffen! In der Steiermark schoß ein Betrunkener mit einem Luftdruckgewehr auf seinen Bruder und verletzte ihn. Weiters wurde bekannt, dass vergangenen Dienstag ein weiterer Jugendlicher mit der Waffe seines Vaters Selbstmord begangen hatte.

Bedenklich ist, wie die Gewalt in den letzten Tagen zugenommen hat. Am Dienstag: Der tragische Selbstmord von Tina (10) und jener des 16-Jährigen. Am Mittwoch: Geiseldrama in der Steiermark. Ein Familienvater feuert mit einer Pumpgun zehn Schüsse ab, nimmt seine Frau und seine Tochter als Geisel.

Bestürzung und Panik in der Handelsakademie Wiener Neustadt. Dort kam heute ein 16-Jähriger bewaffnet zum Unterricht. Ein Mitschüler schlug rechtzeitig Alarm. Aus Angst vor einem Amoklauf des Teenagers wurde die Schule für rund zwei Stunden geschlossen. Die 900 Schüler mussten das Gebäude verlassen.

Tatsächlich fanden sich bei einer Durchsuchung des Burschen ein Kampfmesser und Munition. Die Patronen für ein Sturmgewehr hatte er an seinem Körper befestigt und versteckt! Einem Freund erzählte er auch, dass er eine Waffe in der Schule versteckt hätte.

Zweiter Selbstmord eines Jugendlichen
Ein 16-Jähriger hat am vergangenen Dienstag im Bezirk Gänserndorf Selbstmord verübt. Wie erst heute, Freitag, bekannt wurde, soll der Jugendliche die Waffe seines Vaters für die Tat verwendet haben. Die Gendarmerie bestätigte den Vorfall. Die Waffe sei in dem ordnungsgemäß abgeschlossenen Waffenschrank aufbewahrt gewesen. Der Lehrling dürfte sich die Pistole mit einem Zweitschlüssel genommen haben.

Schuss-Attentat in der Steiermark
Die Vorfälle wurden am Freitag bekannt, ereigneten sich aber bereits am Donnerstag. Ein 45-jähriger Arbeitsloser hatte die Waffe unmittelbar vor der Tat in einem Waffenfachgeschäft erworben. Ob er zu diesem Zeitpunkt schon alkoholisiert war oder erst zu Hause dem Alkohol zugesprochen hat, war zunächst nicht bekannt. Zu Hause begann er zu randalieren und beschimpfte seinen jüngeren Bruder. Dieser war in Begleitung seines Sohnes vor dem Wohnhaus dabei, von einem Traktor aus mittels Starterkabel einen Pkw in Betrieb zu setzen.

Der Tobende schoss mit dem Luftdruckgewehr aus dem Fenster und traf den am Fahrersitz im Pkw sitzenden Bruder am linken Unterschenkel. Er wurde ins LKH Feldbach eingeliefert, wo das Projektil aus etwa fünf Zentimetern Tiefe operativ entfernt wurde. Der Täter wurde festgenommen.

Schuss-Attentat in Kärnten
Die 15- und 16-Jährigen Halbstarken hatten sich in Wolfsberg auf einem Skaterplatz versammelt. Dort tranken die vier Teenager Alkohol. Vermutlich viel zu viel. Denn plötzlich kamen sie auf die Idee, mit einer Softgun-Pistole herumzuschießen.

Als "Ziel" suchten sie sich Kinder aus, die auf einem nahen Spielplatz herumtollten! Drei Kinder und die Kindergärtnerin wurde von Hartgummigeschossen getroffen. Besonders schlimm hat es einen sechsjährigen Buben erwischt. Er wurde von dem Geschoss ins Gesicht getroffen!

24.5.2002 10:09