Sonntag, 19. Mai 2002

Tequilagläser mit Riedel-Design auf dem US-Markt

  • Georg Riedel will Aromen des Agavenschnapses betonen

Der raue mexikanische "Ranchero"-Schnaps, auch bei den Gringos höchst beliebt, ist offenbar auf dem besten Weg zum Edel-Spirit: Die Tiroler Firma Riedel, bekannt für höchste Glaskultur, hat ein spezielles Tequila-Glas auf den US-Markt "geworfen".

"Tequilas haben einzigartige, komplexe Aromen, die durch jene Gläser, die bisher dafür verwendet werden, einfach nicht optimal zu Entfaltung gebracht werden", wird Designer Georg Riedel in der Wochenendbeilage der Zeitung "USA Today" zitiert.

Höchste Ehren für Tequila
Das US-Blatt sieht in der Tatsache, dass Riedel ein eigenes Glas für den Agavenbrand kreiert hat, die "höchste Ehre" für den Tequila. Bisher wird das Getränk ja vor allem in so genannten Shotgläsern "genossen": kleinen, schlanken und hohen Schapsgläsern, welche die Aromen kaum "auslassen" - aber darauf kommt es ja bei so manchen nächtlicher Tequilarunde nicht wirklich an.

Schwenken und genießen...
Nun könnte sich das Image des Tequila in Richtung gehobene Trinkkultur verschieben. Georg Riedel hat für den Agavenschnaps 13 verschiedene Glasformen getestet. Endgültig ausgewählt wurde schließlich eine schlanke, aber leicht bauchige Variante, 8,25 Inches (20,95 cm) hoch und mit einem Fassungsvermögen von 6,75 Ounces (191,36 g) - das wäre eine ziemliche Ladung, aber wer Tequila künftig richtig genießen will, der füllt ja nur den Glasboden bis unter den maximalen Umfang und schwenkt den Inhalt leicht, anstatt randvolle Shotgläser rüde in einem Schluck hinunterzustoßen...

Die neuen Riedel-Produkte sind aus Glas, nicht aus Kristall. Das macht sie auch für den harten Einsatz in Bars geeignet, weil billiger. Trotzdem kosten die guten Stücke auf dem US-Markt im Viererpack immerhin noch rund 40 Dollar (43,8 Euro).

19.5.2002 16:00